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Ägypter

Aus Prophetia

Geschichte

Urbewohner

Die ersten Bewohner von Ägypten waren sechshundertfünfzig Räte aus Hanoch, die nach Elephantine auswanderten. Sie waren Flüchtlinge, die vermeiden wollten, als Volksbetrüger offenbar zu werden. Sie bauten eine kleine Stadt, kehrten sich wieder zu Gott und ihr Land wurde bald reich und mächtig.[1]

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Anmerkung: Vor den sogenannten Urbewohnern siedelten diverse andere Urmenschen in Ägypten und vor bzw. zeitgleich mit diesen sehr wahrscheinlich Vormenschen.


Die Urbewohner Ägyptens siedelten an den Ufern des Nils und erreichten ein viel höheres Alter als die späteren Menschen. Sie waren ein Bauern- und Hirtenvolk, das Schafe, Rinder und Schweine hielt und viel Getreide anbaute. Sie ernteten auch allerlei Früchte wie Feigen, Datteln, Granatäpfel und Orangen. Während der heißen Jahreszeit hatten sie viel Kummer und Sorgen bei der Verteidigung ihrer Herden gegen die Löwen. Von den Schweinen benützten sie Fett, Häute und Gedärme; das Fleisch genossen sie nicht, sondern gebrauchten es zum Futter für die Schweine. Als mit der Zeit arbeitsscheue Menschen anfingen auszuarten und sich zu versündigen an alten und weisen Gesetzen, die noch vom Gotteslehrer Henoch herrührten, da erbaute man mächtige Gefängnisse und steckte die Übeltäter hinein. Diese wurden mit gesottenen Krebsen und abwechselnd mit gesalzenem und gebratenem Schweinefleisch und daneben mit wenig Brot gespeist. Als man merkte, dass sich die Verbrecher bei dieser Kost sehr wohl befanden, und dass die schrecklich scheinende Gefängniskost besser schmeckte als die alte Hauskost, wurde viel Jagd auf die großen und fetten Nilkrebse gemacht, deren Anzahl sich bald sehr verringerte. Auch Fische wurden in großer Zahl verzehrt. Der besonders intensive Fischfang in der Zeit der Fische war in Ägypten noch lange Sitte. Die alten Ägypter waren die Erfinder des Zodiak, den sie nach ihren alljährlichen Verrichtungen gestaltet hatten. Sie gaben nicht nur den Sternbildern des Zodiak Namen, sondern auch vielen anderen, wenn auch nicht allen. Außerdem waren sie die ersten Entdecker der in der Antike bekannten Planeten. (nach Mathael)[2]

Schon die ägyptischen Urbewohner erbauten große schattige Tempel, wo man sich dann der geistigen Forschung widmete. (nach Mathael)[3] Jede Gemeinde hatte ihren Ältesten zum Vorstand und Leiter aller Geschäfte und ebenso einen Priester, des sich bloß mit dem Geistigen zu beschäftigen hatte. Er unterrichtete das Volk an den bestimmten Tagen und weissagte bei wichtigen Angelegenheiten. Der Priesterstand vermehrte sich bald sehr und gab sich mit der groben, materiellen Arbeit nicht viel ab, außer mit neuen Versuchen und Verbesserungen in jeder möglichen Hinsicht. Der Priesterstand erforschte auch die Metalle der Erde, sammelte sie und machte sie gebrauchsfertig. Erhalten wurden die Priester und ihre vielen Helfer durch den Zehent, den das Volk alljährlich ablieferte. Der Oberpriester war zugleich auch Hüter und Hirte des ganzen Volkes, genannt Vara on ("er hütet" oder: "er ist der Hirte"). In der späteren Zeit wurden die Varaonen wirklich Könige des Landes, die auch über das Priestertum herrschten. (nach Mathael)[4]

Der Steinbock war für die Ägypter etwas sehr Kostbares. Von einem Steinbock wurde alles als eine wunderbare Arznei angesehen, man heilte mit einem Minimum schon einmal alle Krankheiten, und die Hörner waren selbst des Königs von Ägypten erste und kostbarste Zierde, mehr denn Gold und Edelstein. In der Urzeit taxierte man sogar den Wert eines Varaon nach der Anzahl der Steinbockhörner, die selbst die Oberpriester später zum Zeichen ihrer Hochweisheit und obersten Macht vergoldet bei sich trugen. (nach Mathael)[5]

Nur eine als rein befundene Jungfrau konnte zur Frau genommen werden; eine andere war aus der Ehe ausgeschieden und konnte höchstens noch ein Kebsweib eines Mannes werden, der schon ein oder auch mehrere ordentliche Frauen hatte, ansonsten bleib nur der verächtliche und niedere Sklavenstand übrig. (nach Mathael)[6]

Zeit der Pharaonen

Die alten Ägypter waren Heiden. Ihre Lehre rührte wie die mittelasiatische aus den Zeiten Noahs her. Ihnen war das Wesen des großen Gottes bekannt und sie befanden sich aus dieser Kenntnis in mannigfacher Weisheit, die sie nur gewissen Menschen durch ihre Mysterien lehrten, damit der große Gott nicht durch irgend einen Unfähigen und Unwürdigen entheiligt werde. Daher gab es in ihrem Land viele sogenannte Weltwunder aller Art und ihre Weisheit und ihre Schule war bei allen Nationen als groß anerkannt. Die alten Pharaonen überschwemmten Ägypten mit den kolossalsten Bauten und Bildern. Die großartigen Überreste der vormaligen Größe diese Landes ragen bis heute noch über den heißen Sand empor.[7]

Die Ägypter stellten beinahe alles, was irgendeinen Bezug auf die Gottheit hatte, in erschreckend riesigen Formen dar, um damit das blind bleiben sollende Dienervolk die Gottheit fürchten zu lehren und damit es vor den Sprüchen der Priester erbeben solle. Damit machten sie das einfache Volk durchaus nicht besser, denn dieses gewöhnte sich an die schrecklichen Gestalten und machte sich aus einem hoch über den Erdboden ragenden Kopf einer Sphinx gar nicht mehr, sondern bewunderte mehr die Geduld irgendeines alten Bildhauers. (nach Mathael)[8]

Ägypten wurde auf kurze Zeit mit 7 harten Plagen heimgesucht, als das israelische Volk von Gott aus diesem Land heimgeführt wurde.[9]

Die Ägypter liebten die Wissenschaften und machten sich daher Kälber zum Zeichen der Neigung zu denselben, und die sie dann anfingen, als Götter zu verehren.[10]

Erziehung der Kinder aus dem Priesterstand

In den alten Schulen des ägyptischen Reiches wurde den Kindern, die dem Priesterstand angehörten, eine eigentümliche Erziehung zuteil, die im Grunde nicht schlecht war. Die Neugeborenen wurden sogleich in unterirdische, geräumige Gemächer gebracht, in die nie das Tageslicht dringen konnte. Dort wurden sie gute gepflegt und sahen kein anderes Licht als das künstliche irgendeiner gut konstruierten Naphthalampe. Dort mussten sie bis in ihr zwanzigstes Jahr verweilen und bekamen Unterricht von der schönen Außenwelt, die sie aber nie zu Gesicht bekommen hatten. Sie machten sich in ihrer Phantasie Bilder davon, allerdings von der weiten Ausdehnung der Gegenden, von der Sonne, dem Mond und den Sternen, sowie von der Stärke des Lichtes und dessen Wärme konnten sie sich unmöglich irgendeinen wahren Begriff machen. So ein Jünger der unterirdisch dunklen Schulgemächer hatten nur lauter Bruchstücke von Wahrheiten über die Oberwelt und deren Verhältnisse im Gehirn, konnte sie aber dennoch nicht bei all seinem Fleiß und all seiner Aufmerksamkeit unter ein Dach bringen. Hatte der Unterweltsjünger nach der Beurteilung seiner Lehrer den erforderlichen Bildungsgrad erreicht, wurde ihm zu verstehen gegeben, dass er nun durch die Gnade Gottes bald und unversehens auf die lichtvolle Oberwelt gelangen werde, in deren Licht er in einem Augenblick mehr erfahren werde als in der dunklen Unterwelt in vielen Stunden. Darauf freute sich solch ein Jünger natürlich sehr, obwohl er vorher auf eine eigentümliche Art werde sterben müssen. Dieses Sterben bestand in einem recht tiefen Schlaf, während diesem man den Jünger dann in einen herrlichen Palast der Oberwelt brachte. Wie staunte dann so ein Jünger, wenn er zum ersten Mal aus seinem Schlaf erwachte und sich im göttlichen Licht der Sonne befand! Wie kam er sich selbst vor in weißen Kleidern, die mit roten und blauen Streifen verbrämt waren! Wie mussten ihm die freundlichen, ebenfalls schön gekleideten Menschen beiderlei Geschlechts vorkommen! Wie schmeckten ihm die gut bereiteten neuen Speisen! Was erst musste seine Seele empfinden, wenn er in Freie kam, durch herrliche Gärten wanderte, deren wunderbaren Düfte einatmete, wenn er zum ersten Mal die ganze Natur sah! (nach Mathael)[11]

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Anmerkung: Diese Erziehung bewirkte offensichtlich, dass der Schüler durch eigene Erfahrung ein realistisches Verständnis über das Verhältnis von Materie (Fleisch) und Geist, sowie Diesseits und Jenseits erlangte, was besonders für den Priesterberuf wichtig ist.


Zur Zeit Jesu

Zur Zeit Jesu waren die Weisen und Gelehrten in Ägypten nicht mehr mit jenen zu vergleichen, die zu den Zeiten der Pharaonen Gründer von Weisheitsschulen und Tempeln waren. (nach Philopold)[12] Auch in architektonischer Hinsicht war Ägypten bei weitem nicht mehr das, was es einst vor tausend Jahren war zu den Zeiten der alten Pharaonen. (nach Cyrenius)[13]

19. Jahrhundert

Einst ein schönes Land, der Segen Jakobs, sah Ägypten nun derart aus, dass die Hure Babels eine reine Jungfrau dagegen war. Selbst die einstmaligen 7 harten Plagen waren gegen die aktuellen Plagen, deren Zahl kein Ende hatte, ein wahres Manna des Himmels. Im alten Ägypten herrschten zwar die Heiden, aber die waren wenigstens doch Menschen und wussten den Wert des Menschen zu achten. Nun aber wurden die armen Völker Ägyptens gleich anderen Tieren gejagt. Friedliche Bewohner - Väter, Mütter, Kinder - wurden von Kriegsknechten des Despoten abgeschlachtet und gefangen genommen, ihre ganze Habe fortgeschleppt, worauf andere gefangene Menschen an ihre Stelle gesetzt wurden, denen unter Androhung der fürchterlichsten Todesstrafe die Pflicht auferlegt wurde, wenigstens für 10 Jahre im Verlauf von 3 Jahren den Tribut für den Despoten zu erarbeiten. Die Tribut-Erheber nährten sich dann von jenen Sklaven, die sie grausam misshandelten, und schleppten all ihre erworbene Habe fort, nachdem sie alle ihre Frauen und Mägde vergewaltigt hatten. Kurz: Der höchste Grad der höllischen Verworfenheit herrschte in Ägypten. Sogar eine Wohltat, die dort von den Großen diese schönen Reiches ausgeübt wurde, war eine Grausamkeit. Die Kranken wurde mit allerlei Mitteln gemartert, die Armen mit Unrat gefüttert, die Irrsinnigen gleich Mumien in mit eisernen Gittern versehene Mauerlöcher gesteckt, wo sie schrien und wehklagten. Daraus kann man sich ausmalen, unter welcher Gestalt die Grausamkeit selbst erschien.[14]

Siehe auch

Quellenverweise