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Kinkar

Aus Prophetia

Kinkar war der erstgeborene Sohn von Dronel, dem König der Hanochiten. Sein Vater übergab ihm noch zu Lebzeiten die Regierung.[1]

Charakter

Kinkar war sehr erfinderisch und durch das Zusammenschreiben der beiden Bücher (siehe unten) voller eingelernter (theoretischer oder unverwirklichter) Weisheit. Es war ihm leicht, allerlei Dinge hervorzubringen und allerlei Künste zu erfinden.[2] Mit nichts konnte man Kinkar eine größere Freude machen als mit einer neuen Erfindung.[3]

Geschichte

Die Ernennung von Kinkar zum König geschah nicht auf den Rat Gottes, da Dronel ständig mit Gott haderte und nie auf Seinen Rat hören wollte.[4] Gott gab die Menschen und den König als auch die Tempel völlig frei. Fortan wohnten die Engel und auch die Wolke Gottes nicht mehr im Tempel (siehe Tempel der Hanochiten) und Gott züchtigte die Menschen nicht mehr, bis jene Zeit, die Gott festgesetzt hatte, gekommen war und Er die Menschen dann gemäß oder entgegen Seinem Willen antreffen würde.[5]

Dronel empfahl seinem Sohn Kinkar streng, dem Volk kein anderes Gesetz aufzunötigen, als das Gott Ohlad gegeben hatte. Darauf leistete Kinkar beim lebendigen Namen im Tempel einen Schwur, den er aber zu brechen gedachte, sobald sein Vater gestorben sei, worauf der Geist Gottes aus dem Tempel wich.[6] Kinkar und Dronel legten daraufhin den Grundstein zu aller Abgötterei, indem sie meinten, die Werke Gottes zu ehren sei dasselbe wie den Namen Gottes ehren.[7]

Die Bücher Kinkars

Die heilige Schrift (Sanah scritt) und euer Heil (Scant ha vesta)

Kinkar schrieb im Verlauf von einem Jahr ein Buch, das alles sammelte, was er in der Tiefe und in der Höhe von Gott erfahren konnte. Dabei verwendete er auch ein Werk, das nach Angaben seiner Boten, die der auf die Berge gesendet hatte, von Henoch stammte.[8] Dieses Buch nannte er "Die heilige Schrift (Sanah scritt) und euer Heil (Scant ha vesta)". (vgl. Sanskrit und Avesta)[9] Geschrieben wurde es in einer Griffelstichschrift auf hundert Metallblätter, die ein Gemisch aus Gold, Silber und Kupfer waren.[10] Kinkar erklärte dieses Werk zum ewigen Regierungsbuch, wobei nie ein anderes Gesetz unter die Menschen geraten solle als nur, das in diesem Buch geschrieben war.[11] Das Buch wurde auf den leeren (von Gott verlassenen) Altar im Tempel gelegt, wo es als "reines Wort Gottes" die Stelle des früheren Heiligtumes einnahm. Kinkar setzte außerdem hundert Priester ein, die dieses Buch stets studierten und das Volk danach lehrten. Niemand durfte bei Androhung der Todesstrafe diesem Buch etwas wegnehmen oder eigenmächtig hinzusetzen.[12]

Die heilige Geschichte Gottes (Scant hiast elli)

Kinkar verfasste auch ein zweites Buch mit dem Namen "Die heilige Geschichte Gottes (Scant hiast elli)". Es bestand aus mindestens tausend Metallblättern und wurde nach der Fertigstellung, wozu zehn Jahre nötig waren, in einem goldenen Kasten in den Tempel gebracht.[13]

Oberpriester

Die Einsetzung des Buches im Tempel (siehe oben) machte Kinkar verrückt. Kinkar ernannte sich selbst zum Oberpriester und verlangte beinahe göttliche Hochachtung. "Statthalter Gottes auf Erden", "Erforscher des göttlichen Willens für die Menschen der Erde und Erforscher der geheimen göttlichen Weisheit", "Machthaber Gottes" und "Sohn des Himmels" waren neben anderen Umschreibungen seine festgesetzten priesterlichen Titel. Es war nicht genug, ihn den "Allerwürdigsten" zu nennen; man musste ihn als den "Alleinwürdigen" ansehen und begrüßen und sich ihm gegenüber für den Allunwürdigsten halten.[14] Die von ihm selbst eingesetzten Priester kannten seine Schwäche und verliehen ihm die absurdesten Titel, z.B. sein oberpriesterlicher Name wurde mit kleinen Zeichen auf einen elfhundert Ellen (ca. 550 Meter) langen Metallblechstreifen geprägt, der zusammengerollt und im Tempel aufbewahrt und hoch verehrt wurde.[15] Daraus entstand in kaum zwanzig Jahren ein absurder Kult - für eine kurze Beschreibung siehe Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.193.10-13 - und der Untergang Hanochs schritt rasch voran.[16]

Erfindungen

Durch den Erfindungsreichtum Kinkars, der die anderen Menschen aneiferte, strotzte Hanoch bald von Erfindungen und Künsten. Es gab Maschinen aller Art, die auch heute noch unvorstellbar sind, besonders Zug-, Trieb-, Wurf-, Druck- und Hebmaschinen. Die Wurfmaschinen konnten Lasten von tausend Zentnern (56 t) meilenweit schleudern, wobei dies hauptsächlich durch die Erfindung der gebundenen Elektrizität möglich wurde.[17]

Die Hanochiten erfanden das Pulver und Gewehre, Pergament und Papier. Auch die Dampfkraft war ihnen bekannt und wurde vielfach verwendet, ebenso die Optik und Aerostatik.[18] Die Musik war überaus kultiviert, war aber schon seit den Zeiten Lamechs gang und gäbe. In allem und jedem, was die Welt um 1844 an Erfindungen und Künsten besaß, war das Reich Hanoch um fleißige eintausend Erfindungsjahre voraus, und das in kurzer Zeit.[19] Hanoch sah bald aus wie ein ungeheurer Zauberpalast und Kinkar sah sich beinahe als einen Gott an, wozu sein noch lebender Vater wohl das meiste beitrug.[20]

Durch die vielen Erfindungen wurde der Handel mit den auswärtigen Völkern stark begünstigt und die Stadt Hanoch an irdischen Gütern überaus reich.[21]

Tod

Kinkar fand durch eine Maschine einen gewaltsamen Tod, nachdem er dreiundvierzig Jahre lang regiert hatte. Sein Sohn Japell übernahm die Regierung.[22]

Siehe auch

Quellenverweise