Waltar
Waltar war ein Sohn von Mahal, einem Bruder von Noah.[1] Er wurde als Prophet nach Hanoch gesendet und dort geistig und leiblich ermordet.[2]
Geschichte
Als Waltar siebzig Jahre alt war, wurde er von Noah zu den Hanochiten gesendet, um ihnen das nahe bevorstehende Gericht Gottes (die Sündflut) anzukündigen, sollten sie nicht zu Gott umkehren. Der Generaloberpriester der Hanochiten, Fungar-Hellan, verdächtige Noah jedoch, solcherart die Oberherrlichkeit über die Völker der Erde gewinnen zu wollen. Er erwiderte Waltar, dass er so eine armselige Figur wie ihn nicht als Boten Gottes akzeptieren könne. Außerdem befände sich das Reich in Glück und Wohlstand nach seinen eigenen Gesetzen und es bedürfe keiner besseren Regierung und Ordnung. Waltar wusste dagegen nichts zu sagen, gab seine Gesandtschaft auf und wurde von König Gurat, der ihm versprach, aus ihm einen Weltgroßen zu machen, in sein Haus aufgenommen.[3]
Agla
Waltar war seine schöne, um ein Jahr ältere Schwester Agla sehr ans Herz gewachsen, und wünschte sich, diese zu sich zu bekommen, worauf Gurat einwilligte.[4] Es wurden Vorkehrungen getroffen, Agla zu entführen, diese jedoch kam auf der Suche nach ihrem Bruder von sich aus den Jägern entgegen und folgte ihnen in die große Stadt.[5]
Der König war von der Schönheit Aglas so beeindruckt, dass er sich als ihr Gemahl anbot, worauf Agla sofort einwilligte. Diese vorschnelle Zustimmung, die mehr ein weiblicher Liebeerforschungskniff war, verletzte Waltar tief. Um ihn zu beschwichtigen, bot ihm König Gurat an, sich als Vizekönig aus dem Tempel seiner Göttinnen (siehe Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.248) eine Gemahlin zu wählen, worauf Waltar einwilligte, um sich so an Agla rächen zu können.[6] Waltar erhielt darauf nicht nur eine Tempelgöttin, sondern deren sieben samt deren vierzehn Untergöttinnen.[7]
Agla erwies sich als eine äußerst herrschlustige Königin, was ihren Bruder Waltar verdross, der deswegen vom König verlangte, entlassen zu werden, um sich irgendwo auf einem Gebirge anzusiedeln, wo er nichts mehr von seiner entsetzlichen Schwester erfahren würde.[8] Dies ergrimmte Agla, die ihren Bruder sogleich von seinen Frauen trennte und ihn in ein tiefes Gefängnis bringen ließ. Dies geschah in weniger als einem Jahr, nachdem Agla Königin geworden war.[9]
Tod
Der Generaloberpriester befreite Waltar nach zwei Monaten Haft und wollte ihn in seinen Schutz nehmen. Waltar aber begehrte nur mehr die Flucht, die man ihm gestattete. Agla sandte daraufhin Häscher aus, die ihren Bruder auf dem Weg ins Gebirge ergriffen, erschlugen und ihm den Kopf abtrennten, den sie der Königin als Beweis brachten. Dies war sein Ende und sein Lohn, darum er sich vom Weg Gottes entfernt hatte.[10]
Die sieben Frauen Waltars, samt ihren vierzehn Unterfrauen, wurden von Agla aus Rache und Eifersucht eigenhändig ermordet.[11] Ihre Leichen ließ sie im Liebestempel ganz entblößt ausstellen.[12] Der Generaloberpriester jedoch hatte erfahren, was die Agla tat. Er sendete eine Gruppe zum Liebestempel, welche die Leichen einbalsamieren ließ und in gläsernen Särgen im Tempel aufstellte mit der Aufschrift: "Der Königin Höllenwerk!" Der abgeschlagene und einbalsamierte Kopf von Waltar wurde mit einer ähnlichen Inschrift in einer eigenen Glasurne über diese Särge gesetzt. Dies geschah als ein Versuch, die Königin loszuwerden.[13]
Das Haupt Waltars ließ Agla insgeheim von ihren Dienern in einer Gartenmauernische unter strengster Verschwiegenheit einmauern, um es vor ihrem Vater und ihrer Familie, die sie zu sich nach Hanoch geholt hatte, zu verbergen.[14] Mahal jedoch enthüllte dieses Geheimnis dem Fungar-Hellan, um ihm zu zeigen, wie das göttliche Licht im Herzen mehr sieht als alles Spionagewesen.[15]
Wirken als Engel
- Waltar wurde vom Herrn berufen, um dem hadernden Mahal von der endlosen Güte, Liebe, Sanftmut, Geduld und Erbarmung Gottes zu zeugen. Er bezeugte Mahal auch die volle Echtheit seines Seins (als Engel).[16]
- Er ging als ein Bote Gottes zu König Gurat und Drohuit, um sie vor dem nahen Gericht Gottes (die Sündflut) zu warnen, damit sie auf die Berge flohen.[17]
- Er entrückte seine Schwester Agla, die eingedenk ihrer Sünden sehr gottergeben geworden war, in einem Augenblick zum ewigen Leben.[18]
Familie
Vater: Mahal
Geschwister: Agla, Pira, Gella, Kisarell
Siehe auch
Quellenverweise
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.254.7
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.280.4
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.253.2-16, Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.254.3-6
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.254.8-12
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.255.11-12
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.256.4-15
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.257.9-12, Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.259.5
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.258.3-4
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.258.6
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.258.7-14, Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.259.1
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.259.10-18, Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.283.2
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.260.6
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.260.8-15, Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.343.6
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.276.5
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.282.11-15
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.340.12-14
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.343.7-12
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.348.7-11