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Kirchengeschichte

Aus Prophetia

Die christliche Kirche hat seit der Zeit des Herrn sämtliche Altersstufen von der Kindheit bis zum höchsten Greisenalter durchlaufen.[1]

Apostolische Kirche

Die Kindheit der Kirche war die Zeit der Apostel, die in der ganzen Welt Buße und Glauben an den Herrn predigten Apg 20.21.[2] Unter der Apostolischen Kirche ist nicht nur die Zeit der Apostel, sondern auch die zwei oder drei darauffolgenden Jahrhunderte zu verstehen. Dann aber fing man an, die Tür des Tempels aus den Angeln zu heben und gleich Dieben in das innere Heiligtum einzubrechen. Unter dem Tempel verstehe man die Kirche, unter der Tür den Herrn, unter dem inneren Heiligtum Seine Göttlichkeit, vgl. Joh 10.1-9 Dieser Frevel wurde tatsächlich von Arius und seinen Anhängern verübt.[3]

Da die ersten Christen zumeist durch Wunder genötigt waren, das Wort Gottes anzunehmen, bedurfte es einer mächtigen Prüfung, um aus diesem Gericht frei zu werden.[4]

Paulus bewirkte in Hinsicht auf die Ausbreitung der Lehre des Herrn, namentlich unter den Heiden, mehreres und entschiedeneres, als alle andern zwölf Apostel und deren viele Jünger. Diese reisten zwar in viele der bekannten Reiche der Erde, leisteten aber wenig, selbst im großen Judenland, wo sie durch zwölf Jahre nach dem Herrn Gemeinden stifteten wie zu Laodicea, Sardes, Tyrus, Smyrna und noch andere. Aber diese Gemeinden entfernten sich schon in kurzer Zeit so weit in den Grundprinzipien von der Lehre des Herrn, dass Er dann die meisten notwendigerweise durch Johannes in seiner Offenbarung als verwerflich darstellen musste.[5]

Vor Petrus von Jerusalem abzog, sah er sich genötigt, in Jerusalem eine sogenannte Kirchenversammlung zu halten. In dieser schrieb er den von den Aposteln und ihren Jüngern gegründeten Gemeinden wie denen zu Laodicea, Sardes, Tyrus, Smyrna und noch anderen aus, was sie teilweise als noch Juden und teilweise als Christen streng zu beobachten hätten. Diese Kirchenversammlung wurde durch den Evangelisten Lukas ganz kurz berührt. Sie trug wenig Früchte, worüber wieder bei einer Zusammenkunft Paulus dem Petrus scharfe Vorwürfe machte, da er mit den Juden noch vollkommen ein Jude sein wollte und auf ihre Satzungen, die der Herr aufgehoben hatte, einen zu großen Wert legte und den an den Herrn glaubenden Juden das Gewissen erschwerte – so er sich aber allein unter den Heiden befand, die vom Herrn aufgehobenen Gebräuche und Sitten der Juden schmähte und mit den Heiden hielt. Aus diesem Grund schickte ihn der Herr Selbst zum römischen Obersten Cornelius, weil dieser es wünsche, um ihn sowie auch seine ganze Familie im Namen des Herr zu taufen. Als Petrus beim Haus des Cornelius ankam, das in der Mitte eines großen Gartens stand, hungerte es ihn sehr, und er bat den Herrn, dass Er ihn für sein bevorstehendes Amt auch dem Leib nach stärken möchte. Da entsandte der Herr für Petrus sichtbar einen Engel aus dem Himmel, der ihm, in einem weißen Tuch eingewickelt, Speisen brachte, deren Genuss den Juden verboten war. Als Petrus fragte, wie er solche den Juden verbotenen unreinen Speisen zu sich nehmen sollte, sagte der Herr zu ihm, was Er gereinigt habe, das sei auch für die Juden rein; er solle die Speisen essen, und dann hingehen und tun, was ihm aufgetragen sei. Petrus verzehrte darauf die unreinen Speisen und ging sodann zu Cornelius, wo er wieder gegen den Herrn darum etwas unwillig wurde, weil Er Selbst unterdessen die Taufe an Cornelius und seiner Familie vorgenommen hatte und Petrus sie alle im Besitz des heiligen Geistes antraf.[6]

Christenverfolgungen

Die verschiedenen Widersprüche der jüdischen als auch heidnischen Verbreiter der Lehre Jesus, die Evangelisten genannt wurden, hatten sich in den verschiedenen Gemeinden derart eingewurzelt, dass es schon in kaum dreißig Jahren nach Jesus zu förmlichen Kriegen und sonstigen Schlägereien kam. Diese Feindseligkeiten sind zu Neros Zeit in Rom zwischen den vielen Judenchristen und den paulinischen Heidenchristen derart ausgebrochen, dass es Nero notwendig erschien, die große und überwiegende Anzahl der Judenchristen in Rom samt einem großen Anteil der von ihnen bewohnten Stadt zu vernichten und dabei sogar jener Römer nicht zu schonen, die das Panier des Judenchristentums gewisserart als Kennzeichen öffentlich zur Schau trugen.[7]

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Anmerkung: Das Christentum hatte in seiner frühesten Zeit Anhänger in höchsten römischen Kreisen. Unter dem Kaiser Claudius (41-54) herrschte am kaiserlichen Hof eine dem jungen Christentum gegenüber durchaus positive Stimmung. Wenig später aber kam es zu Problemen. Die Neuoffenbarung bestätigt indirekt die Ausführungen des röm. Historikers Tacitus (55-120) und des röm. Schriftstellers Sueton (70-130). Nach diesen beiden Zeitzeugen wurden die Christen vom Volk wegen ihrer Schandtaten gehasst und stifteten fortwährend Unruhe. Ideale Sündenböcke also. Was Nero (54-68) zu den Christenverfolgungen bewog, erklärt sich auch aus mehreren historischen Umständen: Zuerst einmal war Nero eine unmoralische Person und ein Lebemann. Dann war das Judentum nicht mit dem Kaiserkult kompatibel; der Monotheismus war vielen ein großes Ärgernis, insbesondere den Geschäftsleuten und Heidenpriestern. Daher herrschte in Rom ein unterschwelliger Judenhass, und in Rom lebten damals mehr Juden als in Jerusalem. Die Christen indes konnten ihren jüdischen Ursprung nicht verleugnen und wollten es auch nicht; in den Augen der Römer waren Juden und Christen sowieso praktisch dasselbe. Somit war die Christenverfolgung auch eine Judenverfolgung. Dann gab es im Jahr 65 eine Verschwörung von Adeligen, Senatoren und hohen Offizieren gegen Nero, die aber aufflog, worauf zwanzig wichtige Männer hingerichtet, dreizehn in die Verbannung geschickt, vier Offiziere entlassen und der Philosoph Seneca (1-65), der dem Christentum gewogen war, zum Selbstmord gezwungen wurde. Diese Verschwörung könnte für Nero und seine Hintermänner Anlass gewesen sein, mit allen Staatsfeinden reinen Tisch zu machen. Zudem erzählten die Christen, dass Jesus von einem römischen Statthalter hingerichtet worden war - im Namen des Kaisers. Wenn dieser grausam Gekreuzigte tatsächlich Sohn Gottes war, dann zog das einen ungeheuerlichen Prestigeverlust des römischen Kaisers nach sich.


Falsche Propheten und Irrlehren

Die frühe Christenheit konnte keine höhere Himmelswahrheit erlangen, weil es der antiken Welt an einer auf den Grundsätzen der wohlberechneten Wahrheit stehenden reinen Wissenschaft und an der von einer solchen Wissenschaft berechneten Kunst fehlte. Sie befand sich noch zu über drei Viertel im blinden Aberglauben. Wenn man darauf eine höhere Himmelswahrheit baut, dann ist die Frucht ungenießbar. Aus derlei Früchten, d.h. aus allerlei mit Aberglauben vermengten Wissenschaften, gingen und gehen die falschen Propheten mit all ihren Irrlehren und falschen Wundern hervor.[8]

Gründung der Staatskirche

Verbreitung des Christentums; dunkelblau bis 325; hellblau bis 600

Die grausame Verfolgung der Judenchristen in Rom vonseiten Neros hatte diese nicht aus Rom vertrieben, denn unter den späteren Nachfolgern dieses Kaisers wussten sich die Juden(-christen) dennoch wieder in Rom einzuschmuggeln und machten aus Rom ein zweites Jerusalem, gleichwie die Griechen(-christen) aus Konstantinopel. Dieses römische Jerusalem in Rom wurde stets mächtiger und fabrizierte sich seinen Ritus und das römische Pontifikat aus den Judenevangelien, den alten jerusalemischen Tempelgebräuchen und den Gebräuchen der römischen Heiden. Sie stellten gewisse gelehrte Kirchenväter auf, welche die römischen Dogmen fabrizierten, die aber den griechischen Evangelien oft entgegen standen. Diese Oberhirten sendeten außerdem emsig Missionare zu den Griechen, was etwa 300 nach Christi unter den Gläubigen eine derartige Verwirrung hervorgebracht hatte, dass die Griechen wieder anfingen, heidnische Altäre und Tempel zu errichten und darin Minerva, Apollo, Jupiter und Ceres zu opfern.[9]

Kaiser Konstantin, der für sich ein eifriger Christ war, beschloss, diesem Unfug Schranken zu setzen, indem er in Nicäa, dem Hauptsitz verschiedenster Glaubensmeinungen, eine große Kirchenversammlung berief, wo auch der Oberbischof von Rom geladen wurde. Konstantin selbst führte den Vorsitz und zeigte die üblen Folgen, die sich aus der großen Glaubensverschiedenheit über Christus erheben müssen. Er schlug eine Sichtung der vielen Evangelien vor. Aus den vielen sich einander völlig widersprechenden Evangelien sollte man sich nur jenes des Johannes bedienen, damit die Christen im Glauben einig würden und sich nicht mehr wegen der Glaubensverschiedenheiten wie wilde Tiere verfolgten und die alten Heiden lieber wieder zum Heidentum zurückkehrten, als einer Lehre zu folgen, wo man beim besten Willen nirgendwo etwas Wahres und Rechtes mehr erfahren konnte. Es sollten daher die vielen Evangelien bis auf eines, welches wohl das älteste sein dürfte, verworfen werden. Wenn dies nicht von den Bischöfen genehmigt werde, so werde er sich vom Christentum ganz abwenden und in seinem großen Reich das alte Heidentum wieder aufrichten lassen, das trotz der vielen Götter um vieles einiger war als ein solches zerklüftetes Christentum.[10] Nach mehr als dreißigjähriger Beurteilung verwarf man dann alles bis auf die bis heute im Neuen Testament enthaltenen Bücher und Briefe, welche von allen Bischöfen angenommen wurden. Dieses wurde dann in späteren hundert Jahren wieder umgemodelt, indem man den Evangelisten Johannes in den Hintergrund schob und Matthäus, Lukas und Markus voransetzte und auch in den Kapiteln und Versen kleine Abänderungen machte und überall vorzeichnete, an welchem Festtag ein oder das andere Evangelium dem Volk vorzutragen sei.[11] Dieses Neue Testament wurde dann ca. 300-400 n. Chr. von den Christen angenommen, erfuhr aber vor allem von den römischen Bischöfen noch allerlei Abänderungen und Zusätze.[12]

Vernichtung der Apostolischen Kirche

Da die Vorstellung, Jesus sei ein bloßer Mensch gewesen, bereits im dritten Jahrhundert in der Christenheit vorzuherrschen begann, als sich der Arianismus erhob, erfand die Kirchenversammlung von Nicäa (325), in dem Bestreben, die Göttlichkeit des Herrn zu retten, einen von Ewigkeit her vom Vater gezeugten Sohn und führte die drei göttlichen Personen von Ewigkeit ein. So gelangte die falsche Lehre von der Dreifaltigkeit Gottes in die römisch-katholische Kirche und von da aus in die Kirchen, die sich von ihr abspalteten. Aus der Nicäischen ebenso wie aus der Athanasischen Lehre von der Dreieinigkeit entstand ein Glaube, der die gesamte christliche Kirche verwüstete. Die Evangelisten und die Offenbarung des Johannes prophezeien dies als Gräuel der Verwüstung Dan 9.27 Matth 24.11-15 und jene Trübsal, dergleichen nie war, noch je wieder sein wird. Matth 24.21 Aus demselben Grund würde kein Fleisch gerettet werden, wenn nicht der Herr einen neuen Himmel und eine neue Kirche gründete.[13]

Während der Abhaltung des Konzils von Nicäa geschah, was der Herr den Jüngern vorhergesagt hatte: "Die Sonne wird verdunkelt werden und der Mond seinen Schein nicht mehr geben, und die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte des Himmels erschüttert werden." Matth 24.29 Die apostolische Kirche war wie ein neuer Stern, der am gestirnten Himmel erschien; die Kirche nach den beiden Nicäischen Kirchenversammlungen hingegen war wie derselbe Stern, aber verblasst und schließlich verschwunden, wie dies auch bei den natürlichen Sternen vorkommt.[14] Der Glaube, der nur in seiner äußeren Form auf einen Gott, in seiner inneren Form aber auf drei Götter ausgerichtet ist, hat das Licht im Wort Gottes ausgelöscht, den Herrn von Seiner Kirche entfernt und so deren Morgen in Nacht verwandelt. Schuld daran waren die Irrlehrer vor, an und nach dem Konzil von Nicäa.[15]

Weil die Kirche die Einheit Gottes nicht in einer Person, sondern nur in drei Personen anerkannte, und auf das Lippenbekenntnis Eines Gottes gründete, trennte sie sich vom Herrn, und zwar schließlich so weit, dass man überhaupt keine Vorstellung mehr von der Göttlichkeit Seiner menschlichen Natur hatte, obwohl Er doch niemand anders als Gott Vater selbst im Menschlichen ist und daher auch genannt wird "Vater von Ewigkeit" Jes 9.5 und Er zu Philippus sagt: "Wer mich sieht, der sieht den Vater" Joh 14.7-9 [16]

Seit der Erfindung der falschen Lehre der Dreieinigkeit entsprang auf Erden ein ganzes Knäuel unheilvoller Ketzereien über Gott und die Person Jesu Christi; Antichristen erhoben ihr Haupt und zerteilten Gott in drei, den Herrn und Heiland in zwei Teile. Sie zerstörten damit den vom Herrn durch die Apostel errichteten Tempel so weit, dass kein Stein auf dem anderen blieb, entsprechend Matth 24.2, wo unter Tempel keineswegs nur der Tempel zu Jerusalem, sondern auch die Kirche zu verstehen ist, von deren Ablauf oder Ende das ganze Kapitel handelt.[17] Die Kirchenversammlung von Nicäa hatte das Haupt der Kirche von seinem Leib abgetrennt, wodurch sie "anderswo einstiegen", dass heißt den Herrn übergingen und zu Gott Vater wie zu einer anderen Gottheit aufstiegen, nur mit dem Wort vom "Verdienst Christi" im Mund, um dessentwillen Er sich erbarmen möge. Auf diese Weise sollte die Rechtfertigung mit ihrem ganzen Gefolge unmittelbar bei ihnen einfließen, das heißt mit der Sündenvergebung, Erneuerung, Heiligung, Wiedergeburt und ewigen Seligkeit, ohne irgendein Dazutun vonseiten des Menschen.[18]

Aus dem Nicänischen und dem Athanasischen Glaubensbekenntnis entstand der Glaube der Kirche. Das heißt ein Glaube an Gott Vater, Gott Sohn und Gott den Heiligen Geist in der Form, dass Gott Vater die Gerechtigkeit Seines Sohnes, des Heilands, zurechnet und den Menschen zuschreibt, während Gott der Sohn Bürgschaft leistet und vermittelt und der Heilige Geist die zugerechnete Gerechtigkeit des Sohnes tatsächlich den Herzen einschreibt, sie darin befestigt und besiegelt, indem er die Menschen rechtfertigt, heiligt und wiedergebiert. Dieser Glaube hat, weil er auf drei Götter ausgerichtet ist, alles verkehrt, was zur Kirche gehört.[19] Siehe Rechtfertigung durch Bürgschaft des Sohnes.

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Anmerkung: Im 4. Jahrhundert entstand ein äußerst widerwärtiges sogenanntes Christentum, das in etwa dem heutigen Islamismus glich: Durch Dummheit und Fanatismus wurde die Antike zerstört, es brannten die Bücher, Kulturschätze wurden vernichtet, 'Ungläubige' verfolgt, zwangsbekehrt und ermordet. Bis heute werden 'Heilige' verehrt, die sich ärgster Gräueltaten schuldig gemacht haben. Da gibt es noch viel aufzuarbeiten.


Sektenbildung und Kirchenspaltung

Obwohl die christliche Lehre auf den strengen Rat des Kaisers Konstantin sehr vereinfacht wurde, blieb dennoch eine Menge Kehricht, der trotz der oftmals zugelassenen und vorgenommenen Sichtungen, Sektenabtrennung zur Folge hatte, wodurch dann verschiedene Kirchen- oder Sektenchristusse entstanden sind, die sich als Erzfeinde bekämpfen.[20]

Verfälschung der reinen Lehre Christi

So wie sogar schon Christus Selbst einen Verräter bei Sich hatte, gab es in spätere Zeiten eine Menge geldsüchtige Krämer Seiner Lehre. Sie betrachteten diese als eine geduldige Kuh, die ohne viel Futter eine ungeheure Menge Milch gibt. So machten sie aus der Gotteslehre eine Verkaufsware, handelten damit in allen Ländern und machten die besten Geschäfte. Als die Kaufleute sahen, dass die Ware in ihrer reinen, geistigen Form nicht mehr gar zu gierig gekauft ward, richteten sie dieselbe so ein, wie sie glaubten, dass sie den prunk- und zeremoniesüchtigen Asiaten am meisten zusagen dürfte. Darauf ging der Handel dann wieder gut. Aus dieser Zeit datiert hauptsächlich die freche und willkürliche Beschneidung der reinen Lehre Christi, die Erfindung des Fegefeuers, der Ablässe, der Bruderschaften, ebenso die Kreuzzüge. (nach Bruno)[21]

Achtzehntes Jahrhundert

Die christliche Kirche bestand größtenteils aus zweierlei Arten von Menschen:

  • Die einen waren jene, welche bloß in den Werken, und in keinem Wahren sind.
  • Die anderen waren jene, welche bloß im Gottesdienst, und nicht in den Werken, noch im Wahren sind.

Jene, die bloß in den Werken, und in keinem Wahren sind, sind wie die, welche handeln, ohne sich dessen bewusst zu sein, und die bewusstlosen Handlungen sind leblos, sie erscheinen vor den Engeln wie aus Holz geschnitzte Bilder, auch wie Schafe ohne Wolle. Die Handlungen derjenigen, die einen Verdienst in ihre Werke setzen, erscheinen vor den Engeln wie nackte Bildsäulen ohne Decke über ihre Blöße, oder wie mit Kot bedeckte Schafe. Alle Werke werden vom Willen durch den Verstand vollbracht, und nehmen im Verstand Leben, und zugleich Kleider an, woher es dann kommt, dass sie vor den Engeln als leblos und nackt erscheinen.[22] Die bloß in den Werken und in keinem Wahren der Lehre sind, sind den Heiden völlig ähnlich, weswegen sie auch nicht anders genannt zu werden verdienen als: Heiden. Sie kennen zwar den Herrn, wenden sich aber nicht an Ihn; sie haben das Wort, suchen aber das Wahre in ihm nicht auf.[23]

Tot ist ein Gottesdienst, der vom Guten der Liebtätigkeit und vom Wahren des Glaubens entlößt ist - man geht dann lediglich in die Kirche, hört die Predigt an, geht zum heiligen Abendmahl, liest das Wort und geistige Bücher, spricht von Gott, dem Himmel und der Hölle, vom Leben nach dem Tod, und besonders von der Gottseligkeit, betet morgens und abends, verlangt aber nicht das Wahre des Glaubens zu wissen und will das Gute der Liebtätigkeit nicht tun, weil man glaubt, das Heil komme durch den bloßen Gottesdienst. So ist dieser Gottesdienst bloß ein äußeres Zeichen der Liebtätigkeit und des Glaubens, unter dem alle Arten des Bösen und Falschen verborgen sein können. Er ist wie die Haut einer Frucht, in der faules und wurmiges Fleisch verborgen liegt. Solcher Gottesdienst herrschte in den Kirchen.[24]

Ende der Kirche

Die Kirche war an ihr Ende gelangt, weswegen die Finsternis von Tag zu Tag zunahm.[25] Sie wurde durch zwei Irrtümer derart zugrunde gerichtet, dass in ihr kein geistiger Überrest mehr vorhanden war:

  1. Es seien drei göttliche Personen von Ewigkeit. Diese Lehre hatte sich über die ganze Theologie und die christliche Kirche verbreitet. Die menschliche Vernunft war im Hinblick auf diese Lehre gefesselt wie ein Gefangener im Kerker.
  2. Das Leiden am Kreuz sei die Erlösung schlechthin gewesen.[26]

Das Ende der Kirche lies sich daran erkennen, weil der größte Teil der (sogenannten) christlichen Welt aus solchen bestand, welche die göttliche Macht des Herrn auf sich übertrugen und wie Götter verehrt werden wollten und verstorbene Menschen anriefen, so dass kaum einer von ihnen sich an den Herrn wandte. Die übrigen machten aus Gott drei und dem Herrn zwei, und setzten sie Seligkeit nicht in die Besserung des Lebens, sondern in gewisse Wörter, die sie mit Andacht aussprachen; also nicht in die Buße, sondern in das Vertrauen, dass sie gerechtfertigt und geheiligt werden, wenn sie nur die Hände falten und aufwärts blicken, und eine feierliche Formel herbeten.[27]

Das Ende der Kirche ist dann, wenn in der Kirche kein (lebendiger) Glaube mehr ist.[28] Mit dem 18. Jahrhundert war der Glaube in der (alten) Kirche so selten geworden, dass kaum davon die Rede sein konnte. Dies wurde an vielen, sowohl Gelehrten als Einfältigen offenbar, welche nach dem Tod als Geister in Ansehung des Glaubens, den sie in der Welt gehabt hatten, geprüft wurden. Man fand, dass jeder geglaubt hatte, der Glaube sei ein bloßes Glauben, und sich überzeugten, dass es so sei; und die Gelehrteren: derselbe sei ein bloßes Glauben aus Vertrauen und Zuversicht, dass man selig werde durch das Leiden des Herrn und Seine Vertretung. Kaum Einer wusste, dass da kein Glaube ist, wo keine Liebtätigkeit oder Liebe ist. Sie wussten weder, was die tätige Nächstenliebe, noch welcher Unterschied zwischen dem Denken und Wollen ist. Die Meisten von ihnen hatten die tätige Liebe hintenan gesetzt und gesagt, sie nütze nichts, sondern allein der Glaube. Sie wurden überführt, dass sie in Wahrheit keinen Glauben hatten, weil sich nichts von demselben im Leben ihres Geistes, sondern bloß außerhalb desselben in einigem Denken befand, als sie noch in der natürlichen Welt lebten.[29] Kein Glaube war mehr in der Kirche, weil keine tätige Liebe da war, und wo keine tätige Liebe ist, da ist auch kein geistiges Gute, denn dies Gute kommt einzig aus der tätigen Liebe. Bei einigen war wohl noch einiges Gute, was aber bloß natürlich gut heißen konnte, weil das Göttlich-Wahre selbst im Dunkeln war. Das Wahre, das bloß auf den Glauben, und nicht aufs Leben hinzielt, kann den Menschen nicht geistig machen, und solange es außerhalb des Lebens ist, ist es bloß natürlich, denn man weiß und denkt es bloß wie andere Dinge auch.[30]

Das Jüngste Gericht

Im Jahr 1757 wurde das letzte Gericht gehalten und die zweite Ankunft des Herrn fand statt und eine neue Kirche ward gegründet.[31]

siehe Jüngstes Gericht (1757)

Wiederkunft des Herrn

Die angekündigte Wiederkunft des Herrn auf Erden - vorausgesagt in Mt 24.3, Mt 24.30, Mt 26.64, Mark 13.26-27, Luk 21.27, Apg 1.11, überall in der Offenbarung des Johannes und an anderen Stellen - findet nicht im Fleisch, sondern nur im Geiste, im Wort, statt. Auch heute vollbringt der Herr durch Gründung eines neuen Himmels und einer neuen Kirche eine Erlösung.[32] Er wird nicht mehr aus einer Frau als Kind geboren, sondern nähert Sich den Menschen durch wahrhaftige Seher, Weise und neu erweckte Propheten; es weissagen auch Frauen und Junge haben helle Träume und verkünden die Ankunft des Herrn. Viele werden sie anhören und sich bessern, aber die Welt wird sie als Verrückte bezeichnen und ihnen nicht glauben. Die neu und rein wiedergegebene Lehre des Herrn wird durch die modernen Medien (Buchdruck, Internet) verbreitet und daher um vieles schneller und wirksamer um die ganze Erde verbreitet als früher durch mündliche Überlieferung.[33] In Seiner Wiederkunft erkennen Ihn Hunde und Katzen allerdings eher als die gewissen herrschen wollenden Priester.[34]

Am Ende der Kirche, wenn keine Liebe und darum auch kein (lebendiger) Glaube mehr vorhanden ist, schließt der Herr das Wort nach seinem inneren Sinn auf und offenbart die Geheimnisse des Himmels. (Anm.: Dies geschah durch Emanuel Swedenborg, Jakob Lorber u.a.) Dies ist die geistige Bedeutung vom Kommen des Menschensohns in Mt 24.29-31, siehe Matthäus Evangelium (Geistiger Sinn)[35]

Ohne das Kommen des Herrn in diese Welt hätte niemand gerettet werden können. Ähnlich ist es heute. Käme der Herr nicht noch einmal in die Welt, und zwar im Göttlich-Wahren, das heißt im Wort, (Anm.: der Neuoffenbarung) so könnte niemand gerettet werden.[36]

Neue Kirche

Wenn das Ende der Kirche bevorsteht, sorgt Gott für eine neue Kirche, weil die Welt nicht ohne Kirche, in der das Wort ist und der Herr bekannt wird, bestehen kann. Ohne das Wort und das Bekenntnis kann der Himmel nicht mit dem Menschengeschlecht verbunden werden, wodurch der Mensch nicht Mensch, sondern ein Tier wäre.[37]

Im 18. Jahrhundert rief der Herr seine zwölf Jünger, die Apostel - die nun Engel sind - zusammen und sandte sie mit dem Auftrag in die ganze geistige Welt, dort von neuem das Evangelium zu predigen. Dies geschah deshalb, weil die vom Herrn durch die Apostel gegründete Kirche derart zerrüttet worden war, dass kaum noch einige Überreste von ihr vorhanden waren. Jedem Apostel wurde sein Bereich angewiesen und die Apostel unterziehen sich diesem Auftrag auch mit allem Eifer.[38]

Im 18. Jahrhundert (bis heute) wurde nicht geleugnet, dass Gott Einer sei. Dass der Herr dieser Gott sei, wurde allerdings geleugnet, und doch kann man sich Gott nicht als Einen und zugleich eine Dreieinheit in Ihm denken, wenn man sich nicht den Herrn als denselben denkt. Dass die Kirche aus Ihm sei, der Heiland und Erlöser ist, wurde nicht geleugnet, dass aber Er als Heiland und Erlöser unmittelbar angebetet werden müsse, wurde geleugnet. Die Kirche würde untergehen, wenn nicht eine Neue entstünde, die den Herrn allein als Gott des Himmels und der Erde anerkennt und sich daher unmittelbar an Ihn wendet. Matth 28.18[39]

Neunzehntes Jahrhundert

Verdorbene Priesterschaft

In der sogenannten bessern und gebildeten Welt, wo besonders die christliche Religion unter verschiedenen Sektenformen gängig war, wurde die Moral zumeist nur so gepredigt, wie sie in politischer Hinsicht den Machthabern entweder in weltlichen oder in geistlichen Dingen gerade am zweckdienlichsten war. Die wahre Motivation der meisten christlichen Sekten, besonders ihrer Priesterschaft, war die möglichst beste zeitliche Versorgung, reichlich bestellte Speisetische mit den besten Leckerbissen, die es auf der Erde gab - und je höher sich solche Priesterschaft hinaufschwingen konnte, desto epikuräischer wurde auch ihre Tugend und damit auch ihre Selbstsucht und Herrschsucht. Solche sein wollende Nachfolger der Apostel und Jünger des Herrn befolgten sicher nicht, was Er zu Seinen Aposteln und Jüngern gesagt hat, dass sie nämlich nicht für den kommenden Tag sorgen sollen, was sie essen und trinken und womit sie sich bekleiden werden, sondern bloß Sein Reich und seine Gerechtigkeit suchen; alles andere, dessen sie benötigen, wird ihnen hinzugegeben werden. Als der Herr Seine Jünger aussandte, sollten sie nicht zwei Röcke tragen und keine in die Kleidung eingenäht Säcke haben, um allerlei ihnen dargebotene Dinge einzustecken; auch sollten sie keine Stöcke tragen, um sich zu verteidigen; denn so sie Ihn lebendig bei sich hatten, so waren sie ohnehin für dies- und jenseits mit allem versorgt. Mit dieser Versorgung waren die Priester, die unter allerlei Gottesstellvertreterschaft ihr Wesen trieben, ums Geld scheinbare gottesverdienstliche Werke verrichteten, an die sie nicht einen Funken Glauben hatten, die in goldverbrämten Kleidern einhergingen und sich eifrigst bemühten, das Volk durch ihren Glanz zu blenden, natürlich gar nicht zufrieden. Ein Bischof, der ein Nachfolger irgendeines Apostels sein wollte, ging auch nicht ohne Stock einher, sondern mit einem solchen Stock, der eine arme Familie auf längere Zeit hin versorgen hätte können, hätte man ihn verkauft. Ein ganzes Land hätte sich auf viele Jahre bestens mit allem versorgen können, so es sich den Wert nur einer päpstlichen Tiara und mehrerer Kardinalshüte aneignen hätte könnten. [40]

Die Kirchen stritten sich fast alle um das Gold der Welt.[41] Nicht einmal der bessere Priester wollte Gott ohne Geld achten.[42] In der christlich sein wollenden Kirche ließ man sich für allerlei gottesdienstlich sein sollende Handlungen ganz wuchermäßig zahlen und führte gegen Zahlungsunfähige sogar Exekutionen.[43]

Der Papst, der der Letzte und aller Knecht sein sollte, saß als schlechtes Beispiel für die Demut unter Millionen zu oberst. Und Tausende von Menschen wünschten sich nichts sehnlicher, dass ihre Söhne Päpste werden möchten.[44]

Obwohl es heißt "der Knecht ist nicht größer denn sein Herr, noch der Apostel größer denn Der ihn gesandt hat" Joh 13.16 errichtete man den Knechten Altäre und ehrte die Apostel, als wären sie mehr denn der Herr. Man nahm Ihm alle Gewalt und riss alle Ehre an sich, wobei Er sein musste, wie der Knecht und der Apostel es wollten, aber nicht dass sie wären nach Seinem Willen. Und dabei beteten sie: "Dein Wille geschehe!"[45]

Es entstanden zunehmend mehr Götzentempel (Anm.: gemeint sind prunkvolle Kirchengebäude, bzw. Kirchen in denen allerlei heidnischer Kult betrieben wird) und auf dem Weizenacker des Herrn wuchs fast mehr Unkraut als Weizen, so wie es schon im Evangelium berichtet wird Mt 13.24-30, wonach dann auch das zu geschehen hat, stets geschieht und allezeit geschehen wird, was als Folge davon gesagt wird. (Anm.: Verbrennen des Unkrautes)[46]

Verdorbene Lehre

Dem Volk wurde eine graue Kenntnis Gottes beigebracht, nicht darum, dass sie Gott erkennen und lieben, sondern nur als den unerbittlichen Tyrann aller Tyrannen unermesslich fürchten sollen. Die Gottheit habe nichts zu tun, als in jeder Minute Milliarden von moralisch verdorbenen und ungehorsamen Kindern ins ewige Feuermeer unwiderruflich zu verdammen. So wurde die Gottheit nur als eine Geisel gepredigt, die noch fruchten solle, wenn alle andern Geiseln schon fruchtlos geworden waren. Das Christentum war ärger gefallen als das Judentum und Heidentum zur Zeit Jesus zusammen. Der Geist des Menschen wurde durch eine ganz falsche, heidnische Lehre, anstatt frei und lebendig, ein Sklave, ein kaum halb lebendes Wesen. Anstatt das Leben des Lebens zu sein, wurde der Geist des Menschen ein feiger Knecht des tötenden Gesetzes, ein Diener des Todes – kurz, ein Wesen, das sich nicht einmal aus eigener, von Gott ihm für ewig eingehauchter Kraft nur im geringsten zu rühren wagen darf, ohne sich sogleich dadurch in ein Meer von lauter tötenden und ihn für ewig verdammenden Gewissensbissen zu stürzen. Trotzdem einst Paulus, sogar fluchend, gegen diese Geistespest eiferte Gal 1.8 hatte doch die Sklaverei gesiegt über die ewige Freiheit des Geistes. Und die Sieger waren des Lebens entschiedene Feinde. Dies führte zu einer großen Not unter den Menschen, wo das Licht des wahren, lebendigen Glaubens erlosch und die Liebe völlig erkaltete. Der Hochmut der Wohlhabenden, Herrscher und Priester überstieg alle Grenzen. Die Folgen einer solchen Politik waren eine zunehmende Anzahl von Verbrechern, ein kaum mehr regierbares Volk und der weltsüchtigere Teil verabschiedete sich von aller Religion und was immer für einer christlichen Gotteslehre. So entstanden auch Kirchentrennungen und Sekten durch Männer, welche die Torheit einer solchen Gotteslehre zwar einsahen und nach der reinen Lehre suchten, wodurch sie den Herrn durchaus nicht als einen solchen Tyrannen fanden, auf der andern Seite aber vergaßen, dass Er dennoch Gott ist, daher sie Seinen Willen ebenfalls zu lau nahmen. Andere setzten Gott wieder so hoch hinauf und philosophierten sich auf diese Weise jede Handlung, die in ihrer Natur nur irgendeine Anregung fand, für gerecht und völlig Seinem Willen gemäß, in der irrigen Idee, dass was ihnen da immer durch den törichten Sinn fuhr, ein Wille von Gott sei. So entstanden anstatt der alten Torheit eine Menge Albernheiten und Begriffsverschiedenheiten. Von Gott aber wurden Männer und Frauen erweckt, die das rechte Licht gaben und dieses wird zunehmend größer und mächtiger werden und am Ende alle Werke der großen Hure Babels verschlingen.[47]

Verdorbene Gemeinde

Die Menschen liefen aus Gewohnheit oder aus Politik in die Bethäuser. Darinnen schliefen sie oder begafften und bekrittelten sich, warfen lüsterne Blicke auf üppige Dirnen, während diese die Schnauzbärte und Modefräcke der Stutzer beliebäugelten. Bethäuser waren zu Fanghäusern des Satans geworden.[48]

Einige liefen in die Kirchen, nur um als fromme Menschen gesehen zu werden, um bei dem einem oder andern Geistlichen so recht in die Gnade zu kommen, andere, um ein wenig faulenzen zu können, wieder andere, um sich in irgendeinem Kirchenwinkel mit ihren bestellten Liebhabern zu verabreden. Andere wieder, um mit einem Nachbarn oder einer Nachbarin die Menschen auszurichten oder zu sehen, mit was für Kleidern diese angetan waren. Ein anderer ging wegen seiner frömmelnden Anverwandten, um sich dadurch bei ihnen recht in die Achtung zu setzen, damit sie ihn dann lobten und manchmal auch beschenkten. Mancher ging in die Kirche, um dadurch so manchem argen Verdacht, der auf ihm lag, zu begegnen. Der Beste ging ebenfalls mit einem halben Glauben, besser Aberglauben, in das Bethaus, um sich zwar seltener vor dem Herrn, aber dennoch von irgendeinem Heiligen einen zeitlichen Vorteil zu erbitten. Es gab so manche Rücksichten, warum die Menschen in die Bethäuser liefen; nur der Herr war dabei am allerwenigsten der Grund. Niemand wollte sich wahrhaft verleugnen, das Kreuz auf seine Schulter nehmen und dem Herrn nachfolgen. Alle wollten nur scheinen, aber nicht sein, weil zum Weltdienst ja auch der Schein genügt.[49]

Verbot der echten geistigen Schriften

Die echt geistigen Schriften (Anm.: jene der neuen Kirche) wurden vonseiten Roms als auch vonseiten der niederen Staatspolitik zunehmend verpönt und als ketzerisch verboten. Stattdessen wurde die Welt mit einer Unmenge sinn- und gehaltloser Journale und anderen Schriften angestopft. Man hing wieder Reliquien aus und ordnet Wallfahrten an, gründete wieder Orden und dergleichen Gräuel mehr. Dadurch trat für den Geist eine große Hungersnot ein. Die Engel zogen sich zunehmend vom Erdboden zurück, wodurch in der stets größeren Ermangelung der himmlischen Arbeiter magere Ernten bei der einen oder anderen Fruchtgattung die Folge waren.[50]

Religionsfreiheit

Durch das Einfließen Gottes in die Verständnisse der Staatsführer in den meisten römisch-katholischen Staaten auf Erden wurde die sogenannte Religion, auch die römische, freigegeben, wodurch die herrschsüchtigste Hierarchie zugrunde gehen musste. Die Hierarchen verlangten ihre alte heidnisch-grausame Priesterfreiheit, die ihnen ohne materielle Macht gegeben ward. Machten sie von ihrer grausamen Freiheit aber auch nur den geringsten Gebrauch, bewegten sie dadurch Tausende, aus ihrer schlechten Gemeinde in eine bessere überzugehen, was nun jedem möglich war, wodurch die Hierarchie dann bald mit wenigen Narren allein dastehen würde.[51]

Gegenwart und Zukunft

Die letzte und größte Sichtung der christlichen Lehre nimmt seit dem 19. Jahrhundert die Wissenschaft vor, wodurch die sich anfeindenden Kirchen- und Sektenchristusse hinausgeworfen werden, damit der Eine von Johannes gepredigte Christus unter den Menschen erscheinen und Wohnung nehmen kann. Dies bringt einen schweren Kampf mit sich, von dem aber die wahren Anhänger Christi nichts zu befürchten haben, denn sie werden in allem vielfach gestärkt, woraus dann auch den noch minder Gläubigen ein Licht aufgehen wird, das sie nicht mehr auslöschen können.[52]

Wenn wenigstens ein Drittel der Menschen die neu wiedergegebene Lehre des Herrn bekannt ist, dann kommt Er auch hin und wieder persönlich und leibhaftig sichtbar zu jenen, die Ihn am meisten lieben und die größte Sehnsucht nach Seiner Wiederkunft haben. Aus ihnen werden Gemeinden gebildet, denen die Welt nicht mehr widerstehen kann und so wird die Erde gereinigt werden.[53] Dennoch aber soll man sich vorzugsweise auf Seine Ankunft in einem selbst kümmern und weniger um die allgemeine. Was man fürs Allgemeine empfindet, das soll man dem Herrn betend im Herzen vortragen. Um alles andere braucht man sich nicht kümmern, denn das große Wann, Wie und Warum ist in den besten Händen wohlverwahrt.[54]

In der Zeit der neuen Seher und Propheten wird großes Trübsal und Bedrängnis unter den Menschen sein, wie sie auf Erden noch niemals da war, die aber nur kurze Zeit anhalten wird. Mt 24.21 Mark 13.19 Luk 21.23 Der Herr wird nicht wieder in Palästina auftreten, sondern in einem anderen Weltteil (Amerika + Europa) wird Er ein neues Reich gründen, ein Reich des Friedens, der Eintracht, der Liebe und des fortwährenden lebendigen Glaubens. Die Furcht vor dem Tod des Leibes wird nicht mehr unter den Menschen sein, die im Licht des Herrn wandeln und beständigen Verkehr und Umgang mit den Engeln des Himmels haben werden.[55]

Obwohl die meisten Menschen der Erde, selbst die meisten sogenannten Christen, auch nach der Darniederkunft von Jesus Heiden und Götzendiener geblieben sind, und die wahren Christen zu allen Zeiten in der Welt nur wenige und verborgen sein werden, so werden die Erdmenschen dereinst im Geiste doch alle erkennen, dass es nur einen Gott, einen Herrn, einen Vater und nur ein vollkommenes Leben in Ihm gibt.[56]

Die entschiedenen Feinde des Lebens, welche anstelle des wahren Evangeliums, das den Geist des Menschen frei und lebendig macht, eine ganz falsche, heidnische Lehre verkünden, und so den Geist versklaven und töten, werden in dem Ausspruch Pauli Gal 1.8 ihren Lohn finden (d.h. verflucht werden). Aber alle die von ihnen arg gefangenen Geister wird der Herr frei machen in der Fülle. Haben sich die Feinde des Lebens auch diese Erde unterjocht, so hat der Herr noch andere Erden, die ewig nie ein Eigentum der Lebensfeinde werden sollen.[57]

Siehe auch

Quellenverweise

  1. Emanuel Swedenborg, Die wahre christliche Religion 4a
  2. Emanuel Swedenborg, Die wahre christliche Religion 4a
  3. Emanuel Swedenborg, Die wahre christliche Religion 174
  4. Jakob Lorber, Himmelsgaben 3.480903.7
  5. Jakob Lorber, Himmelsgaben 3.640322a.14
  6. Jakob Lorber, Himmelsgaben 3.640322a.14-18
  7. Jakob Lorber, Himmelsgaben 3.640425.1
  8. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 9.90.8-10
  9. Jakob Lorber, Himmelsgaben 3.640425.2-3
  10. Jakob Lorber, Himmelsgaben 3.640425.4-7
  11. Jakob Lorber, Himmelsgaben 3.640425.10
  12. Jakob Lorber, Himmelsgaben 3.640425.12
  13. Emanuel Swedenborg, Die wahre christliche Religion 94; Emanuel Swedenborg, Die wahre christliche Religion 136c; Emanuel Swedenborg, Die wahre christliche Religion 163; Emanuel Swedenborg, Die wahre christliche Religion 174b; Emanuel Swedenborg, Die wahre christliche Religion 179
  14. Emanuel Swedenborg, Die wahre christliche Religion 176
  15. Emanuel Swedenborg, Die wahre christliche Religion 177d
  16. Emanuel Swedenborg, Die wahre christliche Religion 180
  17. Emanuel Swedenborg, Die wahre christliche Religion 174b
  18. Emanuel Swedenborg, Die wahre christliche Religion 174c
  19. Emanuel Swedenborg, Die wahre christliche Religion 177; Emanuel Swedenborg, Die wahre christliche Religion 177b
  20. Jakob Lorber, Himmelsgaben 3.640425.17
  21. Jakob Lorber, Robert Blum 1.116.3-4
  22. Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 107
  23. Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 110
  24. Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 154
  25. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 311; Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht 14
  26. Emanuel Swedenborg, Die wahre christliche Religion 4a-b; Emanuel Swedenborg, Die wahre christliche Religion 114; Emanuel Swedenborg, Die wahre christliche Religion 133; Emanuel Swedenborg, Die wahre christliche Religion 169
  27. Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 263
  28. Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht 35
  29. Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht 37
  30. Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht 38
  31. Emanuel Swedenborg, Die wahre christliche Religion 115
  32. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 6.174.12; Jakob Lorber, Schrifttexterklärungen 8.6; Emanuel Swedenborg, Die wahre christliche Religion 121b; Emanuel Swedenborg, Die wahre christliche Religion 182
  33. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 9.94.2-5
  34. Jakob Lorber, Himmelsgaben 1.410125.6
  35. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 1; Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht 14; Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht 28
  36. Emanuel Swedenborg, Die wahre christliche Religion 3a; Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht 10
  37. Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 665
  38. Emanuel Swedenborg, Die wahre christliche Religion 4a-b; Emanuel Swedenborg, Die wahre christliche Religion 108
  39. Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 476
  40. Jakob Lorber, Himmelsgaben 3.640317a.21-24; Jakob Lorber, Die zwölf Stunden 1.1
  41. Jakob Lorber, Himmelsgaben 2.420125.12
  42. Jakob Lorber, Himmelsgaben 3.430127.41
  43. Jakob Lorber, Himmelsgaben 2.470605.9
  44. Jakob Lorber, Die Erde 63.31
  45. Jakob Lorber, Himmelsgaben 3.420816.1
  46. Jakob Lorber, Himmelsgaben 2.470614.9
  47. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 6.149.1-2; Jakob Lorber, Bischof Martin 64.12; Jakob Lorber, Himmelsgaben 1.410228.1-9; Jakob Lorber, Himmelsgaben 2.430715.6-8; Jakob Lorber, Die zwölf Stunden 1.2-15
  48. Jakob Lorber, Himmelsgaben 2.430314.12; Jakob Lorber, Himmelsgaben 2.470605.8
  49. Jakob Lorber, Himmelsgaben 3.420818.1-2
  50. Jakob Lorber, Himmelsgaben 2.470516.4-5
  51. Jakob Lorber, Robert Blum 2.190.5-6
  52. Jakob Lorber, Himmelsgaben 3.640425.18-20
  53. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 9.94.6-7
  54. Jakob Lorber, Himmelsgaben 1.410325b.16
  55. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 9.94.8-9
  56. Jakob Lorber, Die Kindheitsgeschichte Jesu 198.22; Jakob Lorber, Die Kindheitsgeschichte Jesu 199.4-22
  57. Jakob Lorber, Himmelsgaben 2.430715.5-9