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Jesus im Tempel

Aus Prophetia
Der zwölfjährige Jesus und die Tempelgelehrten.

Als Jesus zwölf Jahre alt war, kam Er zum ersten Mal nach Jerusalem zum Fest in den Tempel, wo Er durch Seine Weisheit ein Wunder unter den Gelehrten wirkte.[1]

Geschichte

Es war Sitte und vorgeschriebener Brauch im ganzen Reich der Juden, dass sie ihre Kinder mit zwölf Jahren nach Jerusalem bringen mussten, wo sie im Tempel von den Ältesten, Pharisäern und Schriftgelehrten befragt wurden über alles, was sie sich besonders in der Lehre von Gott und den Prophet zu eigen gemacht hatten. Wenn sich die geprüften Kinder in jeder Hinsicht ausgezeichnet hatten, konnten sie in die Schulen des Tempels aufgenommen werden und hatten Aussicht, einst Diener des Tempels zu werden.[2] Die Prüfung an sich war eine Farce und die Prüfer wussten aus der Schrift und den Propheten kaum mehr außer den stets selben Fragen und Antworten, welche die Eltern den Prüflingen schon vorsorglich beigebracht hatten. Geistreiche Knaben, die Gegenfragen stellten und Aufklärung verlangten, wurden mit Unwillen behandelt und mit mystischem und verworrenem Geschwafel abgefertigt. Einer jedoch ließ Sich nicht abwimmeln, und das war Jesus.[3]

Disput 1. Tag

Wer sind die Jungfrau und ihr Sohn aus Jesaja 7.14-16?

Die von Jesus gestellte Frage kam aus Jesaja 7.14-16: "So wird der Herr selbst euch ein Zeichen geben: Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie Emanuel heißen. Butter und Honig wird er essen, dass er wisse Böses zu verwerfen und Gutes zu erwählen. Aber ehe der Knabe lernt Böses verwerfen und Gutes erwählen, wird das Land, davor dir grauet, verlassen sein von seinen zwei Königen."[4]

Wer sind die Jungfrau und wer ihr Sohn Emanuel? Wann wird geschehen, dass solch ein Sohn in die Welt geboren werde? Die Zeit müsste schon da sein, indem das Land Jakobs schon seit mehreren Jahren seiner beiden Könige entsetzt sei und nun die Heiden zum Herrn habe. Ob nicht etwa Jesus, der Sohn der Maria, eben jener Emanuel sei, der von den Drei Königen begrüßt worden war und von dem Anna und Simeon zeugten?[5]

Nachdem zuerst ein Ältester, ein herrschsüchtiger alter Knauser, mit einem verworrenen Zeug antwortete und Jesus als schlecht erzogen hinstellen wollte, antwortete ein jüngerer, ein wenig menschlicher aussehender Schriftgelehrter:

  1. Es handle sich um eine total verrauchte Geschichte, eine dunkle Weissagung des Jesajas, der für seine Zeit stets in dunklen Bildern weissagte und mit der nun nichts sei.
  2. Der von den Drei Königen in Bethlehem begrüßte König der Juden sei wahrscheinlich beim Herodischen Kindesmord geschlachtet worden. Joseph und Maria wären wohl aus Judäa geflüchtet und lebten vielleicht gar nicht mehr. Die Sache habe wohl viel Aufsehen gemacht, sei aber merkwürdigerweise wenige Jahre darauf gänzlich in Vergessenheit geraten.
  3. Anna und Simeon seien bekannte alte Tempelschwärmer gewesen, die bei manchen Knaben ihre messianischen Bemerkungen in einem ganz mystischen Ton machten und dadurch recht viele schwache Eltern ordentlich verrückten.
  4. Da beinahe der ganze Erdkreis bebte, als Gott dem Moses die Gesetze gab, und David den Messias als "König der Ehren", "stark und mächtig im Streit" besang, würde bei Seinem Kommen sicher die ganze Welt um so mehr erbeben. Außerdem würden Ihn schon Jahre davor mächtige Propheten ankündigen.[6]

Erwiderung auf Punkt 1: Jesus sagte: "Alles Wirken in der großen Gotteswelt ist am Tage vom hellsten Sonnenlicht erleuchtet, und selbst die Nacht ist nie so finster, dass man gar nichts sehen sollte; warum muss denn gerade jene wichtige Lehre, die dem Menschen den Weg zum wahren Heile klarst und hellst zeigen soll, so verworren und keiner Seele verständlich gegeben sein?"[7]

Alles anwesende Volk gab Jesus recht und der sehr reiche Vater von Lazarus, Martha und Maria erlegte für Jesus ein Opfer von 30 Pfund Silber und etwas Gold, damit Er mit den Ältesten und Schriftgelehrten länger verhandeln durfte, was diese nur zu gerne annahmen.[8]

Erwiderung auf Punkt 4: Jesus sagte: "Eure noch so sicher scheinend gestellten Worte können das Meer nicht ruhen machen und den rauschenden Winden nicht Stillschweigen gebieten! Nur ein Blinder merkt von den Zeichen dieser Zeit nichts, und als Stocktauber kann er auch nicht vernehmen den mächtigst dröhnenden Geschichtsdonner dieser allerdenkwürdigsten Zeit der ganzen Erde. Während schon Karmel und Sion vor dem angekommenen König der Ehren ihr Haupt geneigt haben und Horeb aus seinen hohen Zinken Milch und Honig fließen lässt, wisset ihr, die ihr am ehesten davon wissen und das harrende Volk davon benachrichtigen sollet, nicht eine Silbe!"[9]

Daraufhin forderte Jesus die Schriftgelehrten auf, Ihm zu zeigen, wer die schwangere Jungfrau sei, von der der Sohn des Allerhöchsten geboren werden soll. Warum wird sie Ihm den Namen "Emanuel" (Gott mit uns) geben? Warum wird Er Milch und Honig essen, um das Böse zu verwerfen und das Gute zu erwählen?[10]

Erwiderung auf Punkt 2: Jesus sagte: "Ich bin denn doch der Meinung, dass an jener bethlehemitischen Geburtsgeschichte etwas mehr ist, als ihr meinet, und dass jenes Elternpaar, der bekannte Zimmermann Joseph aus Nazareth und dessen später zum Weibe angetraute Jungfrau, samt dem zu Bethlehem geborenen Sohne noch ganz gut leben; denn sie sind durch eine recht weise Vermittlung des damaligen römischen Hauptmannes Cornelius der späteren Grausamkeit des alten Herodes entronnen und leben nun ganz wohlbehalten zu Nazareth in Galiläa." Daraufhin klärte Er die Schriftgelehrten über weitere Details der Flucht und Rückkehr der Familie des Joseph und der Maria auf, und wies auch darauf hin, dass man über ihren Knaben Jesus eine Menge Wunderdinge erzählte, Ihm die Elemente gehorchten und die wilden Tiere vor Seinem Blick flohen. Dann forderte Er sie auf, Ihm zu sagen, ob sie von all dem im Ernst nichts wüssten.[11]

Ein etwas besserer Ältester gestand, dass sie wohl davon wüssten, aber ob der Wunderknabe derselbe sei, der in Bethlehem geboren war, daran zweifelten sie sehr. Wie sollte jener Knabe der Emanuel des Propheten sein?[12] Darauf antwortete Jesus: "So Er es aber nicht ist, woher rührt dann die Macht, die Er über alle Elemente ausübt? Und wer ist des Propheten 'Jungfrau' und wer der 'Emanuel'?"[13]

Nun trat ein weisest seiender Schriftgelehrter auf, um Jesaja nach der Entsprechungslehre der Kabbala (jüdische Mystik) auszulegen:

  1. Die Jungfrau sei keine aus Fleisch und Blut, sondern die Lehre nur, die Gott durch Moses den Kindern dieser Welt gab. Im engsten Sinn seien die Priester diese Lehre und ihr Gesetz, also das lebendige Wort Gottes.
  2. Die Schwangerschaft sei die bester Hoffnung der Priester, dass diese Lehre nun in die ganze Welt von ihnen hinausgeboren und die Heiden erquicken wird.
  3. Der Sohn werden die Heiden sein, welche die Priesterlehre angenommen haben, und diese werden dann sagen und benannt werden: 'Emanuel', 'Gott ist auch mit uns'.
  4. Der Honig sei die reine Liebe und das wahre Gute aus ihr, die Milch die Weisheit aus Gott. Habe man sich die Liebe und Weisheit aus Gott lebendig zu eigen gemacht, dann verabscheue man auch frei aus sich alles Böse und will und erwählt das Gute.[14]

Jesus ließ Sich dadurch nicht von der Jungfrau Maria abbringen und führte Jes 9.5-6 an.[15]

Wer ist das Kind aus Jesaja 9.5-6?

Jesaja 9.5-6: "Uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, dessen Herrschaft auf seinen Schultern ist, und Er heißt: Wunderbar, Rat, Kraft, Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst; auf dass seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende auf dem Stuhle Davids und in seinem Königreiche, dass Er es zurichte und stärke mit Gericht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit! – Solches wird tun der Eifer des Herrn Zebaoth."[16]

Jesus stellte die Frage, was das für ein Kind und Sohn sei. War es nicht doch der in Bethlehem geborene Knabe? Denn es hieß auch: Zu Bethlehem in einem Stalle wird den Juden ein König geboren werden; der wird ein neues Reich gründen, dessen ewig kein Ende sein wird![17]

Dies führte zu einigem Aufheben, woher Jesus die den Laien unzugänglichen Schriften so gut kenne. Ein Oberster der Synagoge von Bethlehem bot sich an, den wahren Sachverhalt um die Geburt eines Knabens in einem Stall in Bethlehem vor zwölf Jahren zu geben, da er damals schon Oberster der Synagoge von Bethlehem war.[18] Jesus aber wies ihn darauf hin, dass Ihm der Sachverhalt bestens bekannt sei und Er nur erfahren wolle, ob und in welchem Zusammenhang die Ältesten und Schriftgelehrten diese Ereignisse mit den Aussagen aller Propheten finden, besonders jenen des Jesajas.[19]

Der Oberste aus Bethlehem vermochte darauf aus folgenden Gründen keine sichere Antwort zu geben:

  1. Obwohl der Zusammenhang der Aussagen des Jesaja mit jener vor zwölf Jahren zu Bethlehem erfolgten Geburt leicht ersichtlich sei, mag es seit den Zeiten Jesajas schon viel Ähnliches gegeben haben. Judäa war schon mehrmals königlos und so manche Jungfrau gebar bei Bethlehem in irgendeinem Stall ein Knäblein, manchmal sogar zufälligerweise unter großer Zeremonie, die aber nur als Naturereignis für sich allein dastand.
  2. Von einem leibhaftigen Emanuel, einem Held, der es mit der ungeheuren Macht der Römer aufnehmen könnte, gäbe es keine Spur.
  3. Eine Menge gewinnsüchtiger Magier und Sterndeuter aus Indien und Persien, die mit den Sagen der Propheten vertraut sind, hätten schon die Gelegenheiten benutzt, um schwachen, abergläubischen und blinden Juden vorzumachen, ihr erhoffter Messias sei unfehlbar geboren worden. Aber es handelte sich nur um eine eitle Sage von möglichst größter Verworrenheit, die bald vergessen war. Die Geburt vor zwölf Jahren wäre ihnen ein Hauptwasser auf ihre trockenen Felder gewesen, aber auch dieser Geschichte gedenke nun niemand mehr. Dass Jesus aus Galiläa diese Geschichte wieder vorbrachte, sei nicht verwunderlich, denn Galiläa sei ein Schwärmerland, aus dem kein wahrer Prophet kommen könne.
  4. Die Aussagen der Propheten wären mystische Bilder, an denen die Menschen noch Hunderte von Jahren nagen würden; schwerlich würde ein Volk zu einer Lösung auf dieser Erde gelangen.[20]

Jesus stimmte zu, dass der Oberste nach diesweltlichem Maß recht haben mag, es aber nur um ein geistiges Maß gehe. Daher hatte er Ihm mit seiner ganzen, erfahrungsreich sein sollenden Rede dennoch soviel wie gar nichts gesagt.[21] Denn wenn der Messias kommen wird, wird er kein materielles, sondern ein geistiges Reich auf Erden gründen, und diesem Reich wird kein Ende sein in Ewigkeit, wie es Jesaja geweissagt hat. Ein geistiges Reich auf Erden offenbart sich inwendig im Menschen, und ein Mensch, der in dieses wahre Gottesreich auf Erden unter den Menschen gelangen wird, der wird ein wahrhaft lebendiger und wird den Tod nicht sehen noch fühlen und schmecken in Ewigkeit, wie solches David, Daniel und Jesajas geweissagt haben.[22]

Da es sich mit dem Messias nicht anders verhalten kann, ist auch jene wunderbare Geburt in Bethlehem nicht ganz so bedeutungslos:

  1. Gott hat jenes Kind wunderbar vor der mörderischen Hand des Herodes beschützt, und es lebt heutzutage höchst zurückgezogen.
  2. Wo es sein muss, steht es in einer allen Elementen gebietenden Kraft da, wie solche nur einem Gott möglich sein kann, selbst Sonne, Mond und Sterne scheinen seinem Willen zu gehorchen.
  3. Niemand kann sich vor ihm verbergen; verbirgt es sich aber vor den anderen Menschen, so ist es aber dann niemandem möglich, es eher zu finden, als es sich ganz freiwillig finden lässt.
  4. Es hat nie Lesen und Schreiben gelernt, und dennoch gibt es keine Schrift in der Welt, die es nicht lesen könnte. Es schreibt in allen Sprachen, ist bewandert in allen Künsten.[23]

Daher ist es seitens der Priester, Weisen, Schriftgelehrten und Ältesten des Volkes angebracht, sich näher danach zu erkunden und darüber in den Propheten nachzusehen, ob die Weissagung des Jesaja nicht mit den bewussten Eltern und dem Kind übereinstimmt. Immerhin bekleiden sie die Stellen im Volk, von denen dieses die offene Kundgabe der Ankunft des verheißenen Messias zu erwarten hat.[24]

Ein Hochpriester lehnte dieses Ansuchen jedoch mit folgenden Begründungen ab:

  1. Derlei Messiasgeschichten gab es schon oft unter dem Judenvolk. Selbst Zacharias sei mit der Messiashoffnung gescheitert. Was also wäre dann erst von der Messiasgeschichte des Joseph zu erwarten; es wären ja doch nur essäische oder indomagische Betrügereien.
  2. Vor der Ankunft des Messias würden vor aller Welt Augen große Zeichen am Firmament geschehen. Dann würde der Erwartete mit aller Macht der Himmel kommen, um sein Volk von der Macht der Heiden zu erlösen und darauf ein Herr und König über alle Länder der Erde sein. Die Kinder Abrahams würden sein Volk sein und bleiben in Ewigkeit. Dies wüssten die Priester aus den Büchern der alten Weissagungen.
  3. Maria sei schon schwanger gewesen, als sie dem Joseph im Tempel angetraut ward. (Anm.: Offiziell geschah dies tatsächlich erst nachdem Maria schwanger war, davor war Maria dem Joseph nur zur Pflege gegeben.) Sicher käme der Messias nicht so unscheinbar und sogar als ein uneheliches Kind in die Welt, als ein schwacher und sterblicher Mensch. Als uneheliches Kind wäre der Knabe unmöglich der Messias, selbst wenn er durch seine erlernten Zauberkünste Berge versetzen könnte.[25]

Jesus antwortete auf diese Einwände: "Entweder hat er recht, und der Prophet ist ein Lügner und hat somit kein Recht, oder das Unrecht fällt auf den Hohepriester zurück, und der Prophet hat dennoch recht! Beide aber können unmöglich recht haben, da der Hochpriester gerade das Gegenteil von dem behauptet, was da der Prophet von der Ankunft des Messias geweissagt hat!"[26]

  1. Der Prophet sagt, eine Jungfrau - also kein Weib - ist schwanger und wird einen Sohn gebären.
  2. Jesajas beschreibt die Ankunft des Messias als auf eine höchst anspruchslose Weise; würde der Messias unter großartigsten Zeichen als ein allmächtiger Kriegsheld erschienen, in welch große Furcht würden die armen, schwachen Menschen geraten, wovon mehr als die Hälfte verschmachten müsste; auch dem Tempel käme eine solche Aufführung sehr ungelegen.
  3. Die Geschichte mit dem Sohn des Zacharias ist noch lange nicht zu Ende; es würde die Zeit kommen, wo Johannes der Täufer wie ein mächtiger Blitz unter die Priesterschaft fahren und unter ihnen ein großes Gericht halten wird. Und ein noch ärgeres Gericht würde der Knabe aus Nazareth über sie bringen. Er würde ihnen Seine volle göttliche Herrlichkeit zeigen, aber nicht zu ihrer Auferstehung, sondern zu ihrem Fall.[27]

Dies machte den Hochpriester zornig, und er wollte wissen, wer dieser freche Knabe sei. Darauf antwortete Jesus: "Ich bin, der Ich bin, und woher Ich kam, das habt ihr aufgezeichnet. Was fragt ihr denn weiter, wer und woher Ich sei?! Zudem habe Ich es euch ja ohnehin schon gesagt, dass Ich aus Galiläa und eben auch aus Nazareth gekommen bin und daher den in Rede stehenden Knaben überaus gut kenne und durchaus nicht so dumm bin, um nicht die Taten eines Magiers – wenn auch sogar aus Indien – von jenen des Wunderknaben zu unterscheiden." Darauf erwähnte Er kurz einige Seiner Wundertaten und beschrieb Seine Wundermacht, welche er allzeit und ohne einen Lohn zu verlangen zum Wohl der bedrängten Menschheit getan hatte, jedoch ohne ihnen kundzutun, dass Er Selbst jener Knabe aus Nazareth sei.[28]

Wer ist Jesus aus Nazareth?

Jesus stellte folgende Fragen: Ist Jesus von Nazareth nur ein eingelernter Zauberer, oder tut Er Seine Wundern nur aus der Ihm in aller Fülle innewohnenden Gotteskraft? Oder wie sonst sollte Er seine Wunder tun?[29]

Darauf antwortete der Hochpriester, wenn dieser Knabe ohne Wissen und Einwilligung des Tempels eigenmächtig tatsächlich die beschriebenen Wunder tue, dann wäre er von Beelzebub, dem Obersten aller Teufel besessen und es wäre daher gemäß der Schrift die Pflicht des Tempels, solche Kinder und Menschen um jeden Preis von der Erde zu vertilgen. Denn mit Gotteskraft gehe das niemals außerhalb des Tempels. Es bedürfe sittliche Reinheit, um der göttlichen Kraft teilhaftig zu werden, und das könne man nirgendwo als allein im Allerheiligsten des Tempels nach der Lehre Moses und aller Propheten. Daraufhin drohte er, den Knaben aus Nazareth töten zu lassen, sollten Nachforschungen die gemachten Angaben bestätigen.[30]

Hier griff ein römischer Richter ein und wies den Hochpriester zurecht, dass die selbst gemachten Sitten der Priester nicht mehr galten, denn das Schwert der Gerechtigkeit sei nun in Römerhand. Zudem würde er den von Jesus angezeigten Mord an Zacharias nachprüfen lassen, wobei sich dann zeigen werde, ob nicht eher die Priesterschaft das Schwert der römischen Gerechtigkeit zu verkosten bekommen werde, als jener Wunderknabe aus Nazareth. Auch Herodes würde sich hüten, dem Willen der Priester zu entsprechen. Er stellte Jesus unter seinen Schutz und ermutigte Ihn, weiter zu reden.[31]

Jesus lobte und segnete den Richter und sein ganzes Haus und versprach ihm ewiges Leben im Namen jenes Wunderknaben aus Nazareth. Nun empörte sich der Hochpriester darüber, welchen Unsinn Jesus rede, ob jener Knabe ein Gott sei, denn nur Gott könne segnen, und Sein Hochpriester nach der Verfügung Gottes dreimal im Jahr.[32]

Darauf antworte Jesus folgendermaßen:

  1. Wenn es ein Unsinn sei, was Er von dem Wunderknaben ausgesagt habe, dass Er Seine wahren Freunde segne, warum lehren dann die Priester, dass die Eltern ihre Kinder und die Kinder ihre Eltern allzeit segnen sollen? Noah war kein Gott und segnete seine beiden Söhne, ebenso segnete Isaak den Jakob. Demnach lehrten also die Priester selbst auch einen Unsinn?
  2. Der Wunderknabe aus Nazareth hat mehr Recht, als Gott zu gelten, denn die Priesterschaft, die sich in ihrem Dünkel für Götter hielt, denn Er ist mit vielen wahrhaft göttlichen Eigenschaften begabt und stammt sogar noch von David in erster Linie ab. Wer Gottes Wort hört und danach tut, der hat Gottes Wort lebendig in sich und ist selbst in seinem ganzen Wesen ein lebendiges Wort Gottes geworden und ist im Geiste aus Gott, der ganze Mensch ist dann aus Gott. Ist der Mensch dadurch in seinem ganzen Wesen zum lebendigen Gotteswort geworden, voll erfüllt mit dem Geist Gottes, dann muss er auch als Gott angesehen werden.[33]

Nun beschuldigte der Hochpriester Jesus, einen strafbaren, gotteslästerlichen Unsinn zu reden, worauf er Ihn auslachte und verspottete. Daraufhin ließ Jesus den Volkskatechismus bringen und den Richter daraus vorlesen: "Wer Gottes Wort hört und danach tut, der hat Gottes Wort lebendig in sich und ist selbst in seinem ganzen Wesen ein lebendiges Wort Gottes geworden und ist also im Geiste aus Gott. Wo aber das, wer kann da sagen, dass nicht der ganze Mensch aus Gott wäre?! Ist aber ein Mensch dadurch, dass er in seinem ganzen Wesen zum lebendigen Worte Gottes geworden ist, voll erfüllt mit dem Geiste Gottes, ist er dann nicht ein Gott, da das vollwahre Göttliche überall, somit auch im Menschen um so mehr, als Gott angesehen werden muss?!" Somit fanden sich darin auf ein Haar dieselben Worte, die Jesus erklärt hatte und der in größte Verlegenheit gebrachte Hochpriester konnte Ihn nicht mehr beschuldigen, Unsinn zu reden.[34]

Jesus kritisierte die Priesterschaft folgendermaßen:

  • Obwohl der Hochpriester nicht einmal wusste, was im Volkskatechismus vor aller Augen geschrieben steht, und dies sogar einen Unsinn nannte, gilt er doch als Hochpriester, Schriftgelehrter und Ältester zugleich.
  • Wie kann jemand ein Hochpriester werden und sein, sich vom Geist Gottes erfüllt vorkommen, auf dem Stuhl Moses und Aarons sitzen, wenn er das Wort Gottes nicht einmal äußerlich kennt, noch nicht einmal den sehr kurz gefassten Volkskatechismus, und daher das Unsinn nennt, was ein jeder Judenknabe aus dem Volkskatechismus wissen muss?
  • Hochgeborene Menschen werden nicht mehr nach ihrem geistigen Vermögen, sondern nur nach ihren weltlichen Reichtümern zu den höchsten Ämtern befördert, wo sie dann gewöhnlich geistig noch ärmer, aber dafür materiell desto reicher werden. Ist das vor Gott gerecht?
  • Wie soll man über die Ankunft des verheißenen Messias eine Auskunft erhalten, wenn jene, die zuerst und zunächst etwas wissen sollten, in der Schrift so unbewandert sind wie Menschen, die überhaupt nichts von der Schrift wissen, aber trotzdem hoch und breit auf dem Stuhl Moses und der Propheten sitzen?[35]

Der Richter stimmte Jesus zu und schloss die Sitzung für den ersten Tag. Jesus und Simon nahm er als seine Gäste in die Tempelherberge auf.[36] Die Tempelherren ärgerten und ängstigten sich, fanden keinen Schlaf und berieten in der Nacht, wie sie sich am nächsten Tag gegenüber Jesus und den Römern verhalten sollten.[37]

Disput 2. Tag

Jesus wird als der Wunderknabe aus Nazareth offenbar

Als das Kollegium in den Sprechsaal einzog, wurde es von den Anwesenden der Sitte geziemend begrüßt, was die Pharisäer sehr liebten. Jesus grüßte jedoch nicht, weswegen sich einige gleich aufhielten. Als Er darauf angesprochen wurde, antwortete Er, dass Er als ein zwölfjähriger Knabe mit dem Gegrüße unter ihresgleichen nichts zu tun habe, Er von ihnen auch nicht gegrüßt worden sei und das übertriebene Gegrüße in Galiläa nicht Sitte sei. Jesus sagte: "Ihr lasset euch allezeit über alle Gebühr ehren und grüßen, dieweil euch die Welt zu Herren gemacht hat. Ich aber bin in Meiner Art auch ein ganz besonderer Herr, warum habt denn ihr Mich nicht auch zuvorkommend gegrüßt?!" Den näheren Grund könne ihnen der Römer kundgeben. Außerdem sei Nachsabbat, an dem, so wie am Sabbat selbst, nach ihrer eigenen Satzung alles Grüßen und Ehren streng untersagt sei, da auch dieses den Sabbat entheilige und den Menschen auf den ganzen Tag verunreinige.[38]

Hier wussten die Templer schon nichts mehr zu entgegnen und ersuchten den römischen Richter, sie über diesen Knaben aufzuklären. Dieser offenbarte ihnen, dass der Knabe eben jener Wunderknabe aus Nazareth sei, den Er am vorigen Tag nur zu vertreten schien. Das erschreckte das Kollegium und der Oberpriester wollte von Jesus wissen, warum Er das nicht schon gestern gesagt habe, weil sie dann sicher ganz anders mit Ihm geredet und Ihm gefälligere Antworten gegeben hätten. Darauf antwortete Jesus: "Oh, das weiß Ich recht gut. Aber da es Mir nicht ums Heucheln, sondern um die Wahrheit zu tun ist, so tat Ich eben also, wie Ich es getan habe! Und wäre Ich heute noch der, der Ich gestern war, so hätte Ich von euch wieder kein wahres Wort erfahren, da ihr in der Nacht euch aus Furcht vor dem römischen Richter gar fein beraten habt, wie ihr Mir wegen des bereits in dieser Welt seienden Messias gar alles wolltet gelten lassen, um Mich zu besänftigen und durch Mich etwa auch den Richter wegen des Zacharias Geschichte. Da Ich aber nun nicht der Verteidiger des Wunderknaben, sondern der Wunderknabe selbst bin, so hat solch plötzliche, unvorhergesehene Wendung der Sache eure Sinne verwirrt und euern schlechten Plan vereitelt, und ihr steht nun da voll Furcht und Angst, und wisset nicht aus und nicht ein. – Redet nun, wie euch diese Geschichte behagt!"[39]

Alle stutzten, worauf der Oberpriester mit gespielt freundlicher Miene wissen wolle, wer unter ihnen sich solchen Rat ausgedacht habe. Da sagte Jesus: "Eben derjenige, dem Ich selbst den Rat also eingeflüstert! Er ist unter euch der Jüngste und ist auch aus Galiläa geboren: sein Name ist Barnabe!" Diese Antwort war wieder ein Blitzstrahl unter die Pharisäer, und sie gerieten in große Furcht, denn vieler Gewissen war sehr unrein, und sie fürchteten manche Entdeckung ihrer geheimen Laster vor dem strengen Römer.[40]

Die Priester und Pharisäer berieten sich, wie sie die Sitzung beenden könnten und erklärten schließlich feierlich, dass die Sitzung aufgehoben sei, da der Knabe von gestern, für den die große Steuer bezahlt worden war, nicht mehr der Knabe von heute sei. Dies aber ließ ihnen der Richter nicht durchgehen und widersprach energisch. So traten alle, sichtbar unwillig, wieder an ihre Plätze, blieben aber stumm.[41]

Was würdet ihr tun, wenn Ich der Messias wäre?

Jesus sagte: "Höret, da ihr Mich keiner Frage mehr würdigen wollt, so werde Ich so frei sein, euch eine kleine Frage zu stellen: Saget Mir – aber ganz offen –, was ihr dann tun würdet, so Ich denn doch im Ernste der verheißene Messias wäre, um den sich gestern das Hauptgespräch gedreht hat!"[42]

Einwand: Frevelei

Ein Haupttempelzelot: Jesus solle sich vor zu großem Frevel hüten![43]

Darauf antwortete Jesus, er und seinesgleichen sollten sich vielmehr hüten, dass das Haus des Herrn von ihnen nicht gänzlich zu einer Mördergrube werde. "Dadurch aber, so Ich frage, was ihr tun würdet, wenn Ich am Ende dennoch der verheißene Messias wäre, entheilige Ich den Tempel durchaus nicht, indem eine solche Frage ohne alle Sünde und Scheu ein jeder Mensch an euch stellen kann! – Und ihr könnt Mir ja ebenso eine bedingungsweise Antwort geben, als Ich euch nur eine bedingungsweise Frage gestellt habe!"[44]

Einwand: Nicht genug Beweise

Joram, ein weiser alte Anhänger oder Kenner des Talmud und der großen Kabbala, antwortete Jesus:

  1. Die Menschen müssten sehr darauf achten, solche hochwichtigen Verheißungen erst dann als wahr anzunehmen, wenn alle Umstände für jeden klar seien. Zwar habe Jesus aus Jesaja einige Verse für sich; aber der Prophet habe auch viel von dem kommen sollenden Messias geweissagt, was auf Ihn nicht passen würde.
  2. Die über Jesus verlässlich berichteten, alles übertreffenden Wunder verdienten zwar ein besonderes Augenmerk auf den Wundertäter, aber von einer abgemachten Bestimmtheit dessen, was sie beurkunden sollen, könne noch lange keine Rede sein. Er habe als ein schon sehr alter Mann viele Erfahrungen gemacht und öfters bei Kindern Fähigkeiten und Eigenschaften entdeckt, die einen großen Propheten vermuten ließen. Aber als die Betreffenden älter wurden, hätten sich diese glänzenden Eigenschaften alle verloren, als wären sie nie dagewesen.[45]

Jesus erklärte daraufhin, Er sei der "Raubebald, Eilebeute" Jes 8.1-4 und Er habe nicht die geringste Frucht vor wem auch immer in der ganzen Welt, da Er Sich der ewig nie besiegbaren Kraft und Macht in Sich selbst bewusst sei, die keine fremde, sondern Seine höchsteigene sei.[46]

Joram wiederholte, dass es schon öfters Kinder gab, die manche außerordentliche Talente und Fähigkeiten zeigten und eine große Menschenmenge ins größte Staunen versetzten. Aber in späteren Jahren wurden ganz gewöhnliche Menschen aus ihnen. Auch für Jesus müsse dies als möglich angenommen werden, weswegen die volle Annahme, Er sei der Messias, verfrüht sei. In Anbetracht Seiner Geburt, Abstammung und noch nie dagewesenen Fähigkeiten könne diese Annahme allerdings auch nicht generell in Abrede gestellt werden. Man müsse abwarten, was die Zeit bringen werde.[47]

Hierauf erwiderte Jesus, dass dies nach der irdischen Vernunft richtig sei, jedoch im Menschenherzen ein tieferes und leuchtenderes Kriterium sei, welches dem Joram sagen könne, ob Er eines jener Kinder sei, die in späteren Jahren ihre Fähigkeiten verloren. Jesus sagte: "Von Meinem inneren Geiste hängt das Dasein aller Dinge allein ab. Daher kann ich denn auch wollen, was Ich will, und es muss geschehen, was Ich will, wie dir solches auch von Mir ausgesagt ward durch anderer Zeugen Mund, nicht allein durch den Meinigen. Wenn aber also, wie lässt sich da dann wohl denken, dass Ich je Meiner dir bekanntgegebenen Eigenschaften und Fähigkeiten bar werden könnte?! Kann Ich aber das nicht, was bin Ich dann?"[48]

Joram:

  1. Dies sei immer noch nur eine Annahme, aber kein Beweis, denn auch er könne ebenso solches von sich sagen, wonach er dann dafür ausgelacht oder in die Geschlossene gebracht würde, da er kein Knabe in einem unzurechnungsfähigen Alter sei. Jesus habe sich in Seiner Messiasidee ein wenig zu hoch verstiegen.
  2. So etwa einst der Messias kommen würde, da würde Er nur als ein vollkommener Mensch, nie aber als ein Gott zu den Menschen kommen. Unter den halbgriechischen Juden gäbe es zwar die Sitte, besonders begabte Menschen gleich unter die Götter zu stellen oder sich selbst als solche anzusehen. Dies sei aber hoch gefehlt gegen das Gebot Gottes: "Ich allein bin euer Gott und euer Herr, ihr sollet keine fremden Götter neben mir haben!" Wie also könnte es Jesus einfallen, Sich als einen Gott vorzukommen![49]

Da Joram und der Oberpriester anstößig fanden, was Jesus ihnen über Seinen inneren Geist gesagt hatte, forderte Er von ihnen zu erklären, welcher Geist aus den Propheten redete. Diesen bestätige Joram als Gottes Geist. Darauf antworte Jesus: So jener Geist, der aus den Propheten redete, Gottes Geist war, warum sollte dann Mein innerer Geist kein Gottesgeist sein, da Ich aus demselben bei weitem Größeres zu wirken imstande bin, als alle die Propheten von Henoch an je gewirkt haben?! Denn sie waren beschränkt, nur in einer gewissen Sphäre zu wirken, Ich aber bin unbeschränkt und tue, was Ich will, und es muss geschehen, was Ich will! Wenn aber also, wie ist dann Mein innerer Geist ein anderer denn jener, der aus den Propheten redete?!"[50]

Einwand: Aus Galiläa kommt kein Prophet

Hierauf wendete Joram ein, dass aus Galiläa kein Prophet komme, weswegen sie den inneren Geist von Jesus nicht mit jenem der Propheten gleichstellen könnten und dürften. Darauf antwortete Jesus, nicht in Galiläa, sondern in Bethlehem geboren zu sein. Außerdem kam auch Jesajas nach Galiläa und machte dort Weissagungen in der Nähe von Cäsarea Philippi, darum er auch nicht etwa kein rechter Prophet sei. Wieso solle Er also nicht auch den wahren, göttlichen Geist in Sich besitzen gleich jedem andern Propheten?[51]

Einwand: Wo ist der Engel des Herrn und Elias?

Der Oberpriester erklärte, es werde laut der Schrift zuerst der Engel des Herrn und Elias kommen, um die Menschen auf die große Ankunft des Messias vorzubereiten. Wo ist bei Jesus der Engel des Herrn und wo Elias? Darauf antwortete Jesus, dass ihresgleichen den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen. Sie sahen und erkannten weder den Engel, der mit Zacharias redete, noch dessen wunderbar gezeugten Sohn (Johannes der Täufer). Was bei ihnen nicht mit Feuer, Blitz und Donner geschieht, das sehen sie nicht. "Als Elias in seiner Felsenhöhle die Aufforderung erhielt, darauf zu achten, wie Jehova vor seiner Höhle vorüberziehen werde, da zog zuerst ein Feuer vor seiner offenen Höhle vorüber, aber darin war Jehova nicht. Dann zog ein mächtiger Sturm vorüber, aber auch darin war Jehova nicht. Am Ende zog ein kaum merkbares Säuseln vor der Höhle vorüber – und siehe, darin war Jehova! Und seht, eben damit zeigt der große Prophet die gegenwärtige Ankunft des Messias an! Ihr erwartet wohl Feuer und Sturm, was vor euch schon oftmals vorüberzog, aber da war Jehova nicht darin. Nun zieht das sanfte Säuseln vor euch vorüber, darin wahrlich Jehova ist, aber das merken eure tauben Ohren und blinden Augen nicht und werden es auch nicht merken – außer am Rande eures Lebens, allwann euch aber solch spätes Merken nicht mehr viel nützen wird!"[52]

Jesus demonstriert Seine Wundermacht

Barnabe spottete eselhaft über Jesus und wollte wissen, was Er nun, als der herbeigesäuselte Messias, mit dem Tempel und dessen Dienern tun werde. Jesus antwortete darauf, dass Er zwar nicht den Tempel und dessen Diener aufheben werde, aber dessen gesetzwidrige Verkehrtheit und die sich weise dünkenden Protzer von Leviten kennzeichnen werde, als dankbare Anerkennung ihrer schlechten Witze. Dann forderte er Barnabe auf, Ihm zu beweisen, dass Er nicht der sei, von dem alle Propheten geweissagt haben, ansonsten er Ihm zu einem wahren Midas der Heiden (ein Eseloriger) werden solle. Jesus testete den jungen Leviten mit der Frage: "Was besagt der Name 'Jerusalem'?"[53]

Darüber wusste Barnabe nichts, weswegen er sich zu einem alten Schriftgelehrten schlich, der es aber auch nicht wusste. Auch Joram vermochte ihm nicht aus seiner Verlegenheit zu helfen und tadelte ihn, mit dem scharfsinnigen Knaben so unfein geredet zu haben, zumal doch er selbst es war, der ihnen Auskunft über Jesus wundersames Wesen erteilt hatte. Er riet ihm, Jesus um Vergebung zu bitten, ansonsten ihm wohl ein Schabernack geschehen werde. Barnabe folgte diesem Rat, bat Jesus um Vergebung und ersuchte Ihn, den Namen 'Jerusalem' Selbst zu erläutern. Jesus nahm die Entschuldigung an und wies Barnabe darauf hin, dass er nun zu seinen Füßen finden könne, was ansonsten sein Haupt geziert hätte. Dort befanden sich zwei vollkommen ausgebildete, ganz natürliche Eselohren, denen aber jede Spur mangelte, als wären sie von einem wirklichen Esel abgeschnitten worden. Simon und der Richter fingen darüber zu lachen an, den Templern aber wurde ganz sonderbar und sie fragten sich untereinander, wie solches auf eine natürliche Weise möglich wäre, gelangten aber zu keinem Resultat.[54]

Da Barnabe sich bei den Beratungen der Priester für Jesus als den Messias einzusetzen begann, wies ihn Jesus an, die Eselsohren an den Spitzen in die Höhe zu halten, was dieser tat. Daraufhin sagte Jesus: "Es werde zu diesen Lesern auch ein lebendiger und völlig gesunder Eselsleib!" Und im Augenblick stand ein gutgestalteter Esel mitten unter der Gesellschaft! Da entsetzten sich alle und wollten davonlaufen. Aber der römische Richter und Simon ließen das nicht zu, worauf sich die Templer wieder setzten und den Esel wortlos anstaunten. Daraufhin ließ Jesus den Esel in nur einem Augenblick völlig verschwinden, was zu noch mehr Staunen führte.[55]

Um dem römischen Richter zu demonstrieren, dass Er auch ein natürliches Dasein auflösen konnte, ließ Jesus einen 100 Pfund schweren Stein herbeibringen und löste diesen durch sein bloßes Wort auf, dass von dem Stein nichts übrig blieb.[56] Barnabe erzählte Er ein Geschehen aus der Vergangenheit, inklusive der Gedanken, die sich Barnabe damals gemacht hatte, was Jesus auf natürliche Weise nicht hätte erfahren können.[57]

Jesus warf Barnabe und den Pharisäern und Schriftgelehrten vor, die Schrift für ein reines Menschenwerk zu halten, das verschiedene Menschen wegen der leichteren Beherrschung ihrer Nebenmenschen zusammengeschrieben haben, aber für die wahre Bildung des modernen Menschen nicht mehr tauge, was alle wahren Weltweisen schon lange eingesehen und klar bewiesen hätten. Hätten sie erkannt, dass die Schrift göttlichen Ursprungs sei, und ein jedes Wort gleich dem Namen Jehova, dann würden sie Ihn schon lange für das gehalten haben, was Er eigentlich sei, und würden verstehen, wie Er Seine Wundertaten bewerkstellige. So aber blieben ihnen auch Seine Taten im höchsten Grade unbegreiflich.[58]

Joram wendete ein, manche würden wohl nicht an die reine Göttlichkeit der Schrift glauben, aber andere würden daran doch sehr festhalten. Zwar weise einiges in Jesajas auf Jesus als den Messias, anderes aber passe nicht. Die Sache bliebe doch eher nur eine Volkssage, hervorgehend aus dem lange gehegten Wunsch des Volkes. Als ihn Jesus aufforderte, die Stellen zu nennen, die auf Ihn nicht passen würden, bedurfte Joram Einsicht in die Schriften der Propheten. Da es aber schon Abend geworden war, wurde dies auf den nächsten Tag verschoben.[59] Joram und Barnabe suchten während der Nacht bei Jesajas nach Stellen, die nicht auf Jesus passen würden. Sie konnten nichts finden, was Jesus zum Schweigen hätte nötigen können.[60]

Disput 3. Tag

Was aus Jesajas passt nicht auf Jesus als Messias?

Jesus forderte Joram auf, Ihm die am vorigen Tag angekündigten Texte aus Jesajas zu zeigen, die seiner Meinung nach nicht auf Ihn oder auf jeden anderen werden mögenden Messias passen sollten. Joram erklärte, dass ihm die fraglichen Texte entfallen wären und es zu viel Mühe sei, alle Schriftstellen aufzusuchen, weswegen man Jesus als den verheißenen Messias gelten lassen wolle.[61]

Damit war Jesus aber nicht einverstanden, denn sie wollten Ihn nur auf eine gute Art loswerden, einerlei ob Messias oder nicht, solange sie dabei nur recht gut leben und Gold, Silber und Edelsteine anhäufen konnten. Er sagte: "Bin Ich es, oder sollet ihr auf einen andern warten? Bin Ich es, so ist das Reich Gottes schon zu euch gekommen, und ihr werdet es aus der Schrift wissen, was da an euch ist zu tun, so ihr eines guten Willens seid! Bin Ich aber nach eurer Meinung und aus dem Propheten erwiesen das nicht – nun, da möget ihr denn in euren alten Sünden verharren, bis der Tod euer Endlos sein wird!"[62]

Jesus bot an, die Stellen zum Messias Selbst aufzuzeigen, da es ihnen ja zu mühsam sei. Das aber wollte der Oberpriester nicht, weil er dachte, Jesus würde nur jene Texte heraussuchen, die auf Ihn am besten passen würden. Also fing er an, selbst im Buch zu suchen und fand schließlich nach längerer Zeit etwas ihm Zusagendes, worauf er mit viel Herrscherpathos hinwies. Er forderte Jesus auf, die gefundene Stelle vorzulesen und ihm zu sagen, ob sie auch auf Ihn passe. Darauf kündigte Jesus an, dass der Geist in Ihm, sogar schon lange vor Jesajas den Text niederschrieb, um die Stelle wusste - und gerade sie sei die rechte zu Seinem Sieg über den Oberpriester. Das machte den Oberpriester sehr zornig und er wollte wissen, ob Jesus wahnsinnig sei. Seele und Geist seien ein und dasselbe und die Seele unmöglich älter als ihr Leib, was aus Moses 1Mo 2.7 hervorginge.[63]

Darauf antwortete Jesus, dass der Oberpriester durch weltliche Protektion und nicht durch höhere, geistige Berufung Oberpriester sei und über geistige Dinge um viele schlechter urteile, als ein Blinder über Farben. Jesus erklärte ihm kurz das Wesen und den Unterschied von Seele und Geist und wies ihn darauf hin, dass Er Seinen Geist kenne und schon lange eins mit Ihm sei und darum auch aller Natur gebieten könne, und nicht wie der Oberpriester noch nie eine Idee aus seinem eigenen Geist gefasst habe. Daraufhin warnte Er den Oberpriester, sich zu mäßigen, ansonsten er bald die Kraft Seines Gottesgeistes wider sich erfahren würde. Immerhin sei es schon schlecht genug, dass Er Sich bei den sein wollenden Dienern Jehovas ein nach Stunden bemessenes Rederecht erkaufen musste.[64]

Der Richter, der die althebräische Schrift viel besser zu lesen verstand, als alle Templer zusammen, las die vom Oberpriester angezeigte Stelle: "Uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, dessen Herrschaft auf seiner Schulter ist; und Er heißt Wunderbar, Rat, Kraft, Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst, auf dass seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende auf dem Stuhle Davids und in seinem Königreiche, und dass Er es zurichte mit Gericht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit! Solches wird tun der Eifer Zebaoths! Jes 9.5-6[65]

Der Richter fuhr fort, im Namen von Jesus zu reden. Er wies darauf hin, dass der Prophet durch die aufgeführten Namen offenbar die Eigenschaften jenes Kindes aller Kinder bezeichnet, die alle auf Jesus hindeuteten.

  1. Wunderbar: Jesus ist wunderbar in seinem Verstand, in seiner Rede und seinen Taten.
  2. Rat: Welcher Weise der Erde könnte einen weiseren Rat geben als Jesus?
  3. Kraft: Dass Jesus Allkraft in jeder Beziehung - Geist oder Materie - besitzt, wird niemand bezweifeln, der Ihn rede hören und handeln gesehen hat.
  4. Held: Seinen unerschrockenen Heldenmut hat Er gegen die anwesenden, hochmütigsten Priester, die sich über alle Götter weit hinaus preisen und anbeten lassen, deutlich genug gezeigt.
  5. Ewig-Vater: Wie Sein Geist ein notwendig ewiger und eins mit dem Geist Gottes ist, hatte Er auf eine begreifliche Weise mit wenigen Worten bewiesen. (siehe Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 21.19-21)
  6. Friede-Fürst: Er selbst habe bereits empfunden, wie Jesus allein dem Menschen den wahren, lebendigen inneren Frieden geben kann und Er daher auch allein nur ein wahrster Fürst aller Fürsten der Erde ist und einen Frieden den Menschen geben kann wie kein anderer Fürst.
  7. Königreich: Jesus allein kann das alte Seher- und Erkenntnisreich Davids, das von den Priestern schon lange zerstört wurde, wieder lebendig aufrichten und eine Herrschaft gründen, der alle Fürsten der Erde trotz ihrer Zepter und Kronen für ewig untertan sein werden; denn das Reich der hellsten Erkenntnis ist und bleibt stets das mächtigste auf der Welt und kann von keiner Nacht-Macht je völlig unterjocht werden. Wo aber Licht ist und seine alles durchschauende Wirkung, da ist auch ein rechtes Gericht und die vollste, offenste Gerechtigkeit.
  8. Der Eifer Zebaoths: Wer sonst als der diesen Knaben durch und durch erfüllende Geist Gottes ist eben der Herr Zebaoth selbst! Wieso sieht das ein Heide auf den ersten Blick, aber nicht die Juden, die das doch offenbar mehr angehen sollte?[66]

Die ärgsten Gegner des Herrn

Der Richter wollte nun wissen, wie sich die Templer Gott denn eigentlich vorstellten. Joram antwortete darauf.

  1. Im Moses sei es ausdrücklich verboten, sich irgendeinen fasslichen Begriff oder irgendeine nur halbwegs bildliche Idee von Gott zu machen. Daher gab es auch im Tempel nirgendwo ein entsprechendes Bild.
  2. Die Väter wie Abraham, Isaak und Jakob hatten in ihren Visionen Gott dennoch als vollendete Menschengestalt gesehen. Auch sprachen sie mit Ihm, obwohl es im Moses heißt: "Gott kann niemand sehen und leben zugleich; denn Gott ist ein verzehrend Feuer und wohnt im unzugänglichen Lichte!" Moses verlangte dennoch einmal Gott zu sehen, wenn ihm das auch den augenblicklichen Tod gäbe. Da aber sprach Gott zu Moses: "Verbirg dich in dieser Grotte, Ich werde da vorüberziehen! So Ich dich rufen werde, da tritt aus der Grotte, und du wirst Meinen Rücken sehen!"
  3. Obwohl sich das menschliche Gemüt nach einem formellen Gott sehnt und man es streng genommen den Heiden gar nicht so sehr übelnehmen kann, dass sie sich ihren Zeus als einen vollkommensten Menschen bildlich vorstellen, blieb den Juden nur das Wort "Jehova" und darüber hinaus nicht viel mehr.[67]

Joram wies darauf hin, dass ihm selbst Jesus als Gott genügend gut und mächtig sei. Aber im Volk, das an der Lehre Moses und der Propheten hinge, und sich im Tempel seinem Gott nahe glaube, der es durch das Ohr des Hohepriesters vernähme, würde es zu einer allgemeinen Revolution kommen, wenn man ihm dies nähme und an Stelle der Bundeslade Jesus stellen würde. Die Templer seien daher genötigt, sich zu Narren zu machen, und dem Volk etwas als seiend vorzustellen, von dem man sich beim besten Willen keinen Begriff machen kann. Würde es Jesus gelingen, das Volk auf Sich aufmerksam zu machen, dass es Ihn als das erkennt und annimmt, was Er ist, dann würde Er mit dem Tempel leicht fertig werden.[68]

Der Richter stimmte zu, dass sich gegen diese Ansicht nicht viel einwenden ließe, dennoch könnte der Tempel auf Jesus auf eine geeignete Weise aufmerksam machen, so sie an Seine Sendung glaubten.[69]

Joram erklärte, warum dies ein gewagtes Unternehmen sei:

  1. Jesus bliebe sicher nicht im Tempel, sondern würde von seinen Eltern wieder nach Nazareth geführt werden. Das aber läge zu entfernt, um alle nach Ihm Fragenden dahin zu senden.
  2. Hunderttausende würden nach dem Grund fragen, warum Jesus nicht im Tempel Wohnung nehme. Welchen Grund könnte man dem Volk angeben, wieso Er Galiläa und Nazareth der Stadt Gottes vorziehe? Bald würde das Volk sagen: "Stadt und Tempel müssen sich etwas Großes zuschulden haben kommen lassen; die Sache muss untersucht und gesühnt werden!"
  3. Wie man es auch anstellte, es würde im Volk eine große Erregung wachrufen, die viel zu schaffen machen würde. Deshalb sei es besser, dem Volk davon beinahe keine Erwähnung zu machen, sondern die Sache ganz Jesus und der Zeit zu überlassen.[70]

Jesus erwiderte: "Ich bin nun da, um euch eine Kunde zu geben, dass Ich da bin, um zu vollbringen die Werke dessen, der Mich gesandt hat, den ihr nach eurem Geständnisse nicht kennet, den aber Ich wohl kenne, da Er in Mir wohnt in seiner Fülle! Moses verlangte Ihn zu schauen und bekam den Rücken nur zu sehen – ward aber davon schon geblendet drei Tage lang, und sein Antlitz strahlte dann so sehr, dass er es verhüllen musste, so er zum Volke kam; denn dessen Augen hätten den Lichtglanz nimmer ertragen. Ihr aber möget Mir nun ganz wohl ins Angesicht schauen, und es blendet eure Augen kein unerträglicher Lichtglanz! Warum? Weil dies Fleisch den, der in Mir wohnt, verbirgt! Aber dessen ungeachtet ist hier mehr denn das, was dort war! Aber ihr merket es nicht, weil vor euren Augen die dreifache Decke Mosis hängt und noch lange hängen wird, auf dass ihr den ja nicht erkennen möget, der aus den allerhöchsten Himmeln zu euch gekommen ist."[71]

Daraufhin tadelte Er die Gelehrten aufgrund ihrer Heuchelei, da ihre geheimen Gedanken ganz anders lauteten als die Worte ihres Mundes, weswegen sie Ihm höchst widerwärtig waren. Äußerlich wuschen sie sich, aber inwendig in ihren Seelen waren sie voller Schmutz. Anstatt auf den Richter zu hören, das Volk auf Jesus aufmerksam zu machen und es mit der Erfüllung seiner Hoffnung zu erquicken, suchten sie nichtige Ausflüchte, weswegen dies nicht angehen könne.

  1. Die Gelehrten und Priester - und nicht das Volk - wollten nicht, dass Jesus offenbar werde, sie waren Seine ärgsten Gegner! Dies mache aber gar nichts, denn erstens war Seine Zeit noch nicht da, und zweitens war der Tempel von ihnen zu sehr entweiht worden, als dass Er je darinnen Wohnung nehmen könnte. Durch Ihn würde ihr Ansehen nicht mehr gesteigert werden.
  2. Sie schmollten darüber, dass ihnen Moses verboten hatte, von Gott ein geschnitztes Bild zu machen. Aber sich selbst zu Göttern vor dem Volk zu machen und es zu lehren, dass Gott ohne sie nichts tue, auch keine andere Bitte erhöre als nur die ihres Mundes, das mache ihnen nichts aus. Wo hatte Moses solches geboten?
  3. Sie sollten das Volk leiten auf den Wegen, die zum Himmel führen, denn das ist Gottes Wille, und das hatten Moses und sein Bruder Aaron geboten. Sie aber taten das Gegenteil und betrachteten ihren Stand, Gott, Volk und den Tempel für nichts anderes als für eine recht fette Melkkuh, die zu melken sie allein ein Recht von Gott aus zu haben vorgaben. Sie verleugneten Gott mit jedem Atemzug und mit jedem Pulsschlag, denn dieses Recht wurde ihnen nie gegeben.
  4. Ihre toten und maschinenartigen Gebete werden nie von Gott erhört, weder in der Vergangenheit, noch in der Gegenwart, noch in der Zukunft. Dennoch sagten sie: "So du, Mensch, zu Gott um etwas betest, da ist dir das zu nichts nütze, so du aber uns ein Opfer bringst und wir für dich beten, dann ist dir unser Gebet schon zu etwas nütze! Wir Priester allein dürfen beten mit Nutz, das Volk aber darf nur Opfer bringen und also mitbeten durch die reichlichen Opfer!"
  5. Sie saugten das Volk doppelt aus: Erstens nahmen sie von allen Früchten den Zehent und alle Erstgeburten der Haustiere und ließen sich für die Erstgeburt der Menschen eine tüchtige Löse geben; und zweitens plagten sie das Volk ohne Unterlass um Opfer und verhießen ihm darum lange und anhaltende Gebete, die sie aber nie vollbrachten, denn sie sagten sich: "Ob wir beten oder nicht beten, das nützt dem Opferbringer ohnehin nichts. So ihm etwas nützt, da nützt ihm allein das Opfer, das er uns gebracht hat in guter Meinung!" Sie taten also auch nicht, wofür sie sich haben zahlen lassen.[72]

Jesus sagte: "Mit wem soll Ich euch da vergleichen? – Ihr seid allezeit wider Gott und gleichet vollkommen den reißenden Wölfen, die in Schafspelzen einhergehen, damit die Schafe vor ihnen nicht fliehen und sie dieselben mit ihren scharfen Zähnen ohne alle Mühe erreichen und zerreißen können! Aber wie nun eure Arbeit, so wird euch auch dereinst drüben im Seelenreiche der Lohn werden! – Ich sage euch das, und ihr könnet euch darauf verlassen, dass für euch Meine Verheißung nicht unterm Wege verbleiben wird!"[73]

Der zornige Oberpriester erwiderte darauf:

  1. Änderungen seien nicht möglich. Das Judenvolk sei ein alter Baum, den man nicht mehr wie eine junge Haselstaude beugen könne. Die alten Institutionen von Moses müssten bewahrt bleiben.
  2. Die Priester seien keine reißenden Wölfe im Schafspelz. Indem sie Gottes- und Tempellästerer und Ehebrecher züchtigten, taten sie nur, was Moses befohlen hatte.
  3. Die Rede von Jesus gefiel nicht; wenn Er etwas Schlechtes am Tempel und den Priestern finde, dann solle Er das mit kindlich-guten Worten sagen, aber nicht mit Drohungen.[74]

Jesus erklärte, dass bei ihrer Art weder mit sanfter, noch mit scharfer Rede etwas auszurichten war. Daher würden sie auch bleiben, was sie sind, bis ans Ende der Welt. Die Gnade würde ihnen genommen und den Heiden verliehen. Jesus prophezeite die Vernichtung von Jerusalem und des Tempels, sie aber würden auf der ganzen Erde zerstreut und überall verfolgt werden, da sie sich eigenmächtig von den alten Satzungen Gottes entfernt und ihre weltsüchtig-menschlichen hingestellt und sich am großen Gewinn gemästet hatten. Darauf zitierte Jesus die Untaten der Templer, die jeden Priester und Propheten gesteinigt hatten, der sich ernstlich vorgenommen hatte, die abscheulichen Menschensatzungen auszuscheiden und die rein göttlichen einzuführen. Er beschrieb insbesondere die skandalösen Ereignisse um Zacharias.[75]

Der Richter bot sich an, mit dem Gesindel aufzuräumen, aber Jesus hinderte ihn daran, denn Er Selbst hatte mehr als genug Macht, sie augenblicklich zu vernichten. Dadurch würden aber weder das Volk und ebenso wenig Er Selbst etwas gewonnen haben; es genüge nun, ihre starke Nacht etwas dämmerlich gemacht zu haben. Ein plötzlich eintretender Tag, wenn der Richter sie nun ihrer vieler groben Sünden wegen ahndete, würde sie und mit ihnen das ganze Judenvolk erst recht blind machen. Die Priester und Gelehrten würden sich in ihren gelegten Netzen selbst verstricken und darin zugrunde gehen.[76]

Joram erkannte Jesus als den Messias an. Seiner Aussage nach hatte ihm am meisten die Augen geöffnet, weil Jesus genau vom skandalösen inneren Tempelgetriebe seit alters her wusste.[77]

Weitere Aufklärung über Jesajastexte und Abschluss

Joram bat Jesus um Aufklärung über Jes 52.14, wo die menschliche Hässlichkeit des Messias erwähnt wird und dass sich viele über Ihn ärgern werden, weil seine Gestalt hässlicher sei denn die anderer Leute und sein Ansehen denn das anderer Menschenkinder und Jes 53.3, wo es heißt: "Er war der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit. Er war verachtet, dass man das Angesicht vor Ihm verbarg; darum haben wir Ihn nicht geachtet!" Wie sollte das mit Jesus vollkommen gesunder Gestalt, die noch dazu von großer Anmut war, und der Achtung vor Ihm übereinstimmen?[78]

Jesus:

  • An Ihm würde beinahe buchstäblich alles vollzogen werden, was da gesagt ist.
  • Die Aussagen des Propheten beziehen sich nicht auf Seine Leibesgestalt, sondern drücken bildlich entsprechend nur die gänzlich verkehrte Gemütsart und Denkweise der (weltlichen) Menschen aus, der gegenüber sich Jesu Gemütsart und Denkweise ausnehmen wird wie eine hässliche Gestalt, die verkümmert ist durch allerlei Krankheit und viele Schmerzen.
  • Jesus würde daher bei den Angesehenen und Reichen dieser Welt sehr verachtet sein, man würde vor Ihm fliehen wie vor einem Aas, und so es von oben zugelassen wird, würde man Ihn verfolgen wie einen ärgsten Verbrecher, was sich schon angedeutet hatte, denn ohne den römischen Schutz wäre Er nicht lebend aus den Händen der Priester und Gelehrten gekommen.[79]

Joram fragte Jesus auch, wie der dem Untergang geweihte Tempel doch noch zu retten sei.[80] Jesus prophezeite, dass sich der größte Teil nicht ändern werde, bis das große Gericht über denselben ergangen sein wird, von dem der Prophet Daniel geweissagt hatte, als er an der heiligen Stätte stand.[81] Dennoch sei die Umkehr möglich, so die Templer ihre große Irre erkennen, Buße tun und sich gänzlich bekehren würden. Sie sollten ihre vielen Frevel und großen Sünden durch Werke der wahren Nächstenliebe sühnen, keine Geheimnisse vor dem Volk haben und wahrhaft, gerecht und getreu in allen ihren Reden und Handlungen bleiben und niemals halsstarrig gegen vom Geist Gottes erweckte Menschen sein. Sie sollten ihre Gold- und Silberberge, ihre vielen Edelsteine und Perlen aufgeben und sie den Armen und dem Kaiser übergeben, denn nur letzterer hat das Recht, die Schätze der Erde zu sammeln und sie zur Zeit der Not zu gebrauchen. Sie sollten nur von dem leben, was Moses ihnen bestimmt hat. So würde das Gericht ausbleiben und der Tempel bis ans Ende der Welt bestehen. Aber dafür hingen sie zu mächtig an ihrem weltlichen Ansehen und ihren irdischen Schätzen. Sie könnten es wohl tun, allein ihnen fehlte, wie seit jeher, der rechte Wille dazu, womit nun auch Jesus wie alle die vor Ihm dagewesenen Propheten und Seher zu tauben Ohren und Herzen geredet hatte. Nicht Gott, sondern sie selbst würden sich in das Gericht stürzen.[82] Zwar könnten die Priester ihre Herzen noch reinigen, das Tempelgemäuer und auch das ganze Land war jedoch nicht mehr zu retten oder zu reinigen, da sie über alle Maßen durch die verübten Gräuel verunreinigt worden waren.[83]

Barnabe wollte von Jesus nun wissen, wie der folgende Text angesichts Seiner Drohung für Jerusalem und den Tempel zu verstehen sei: "Fürchte dich nicht, denn du sollst nicht zuschanden werden; werde nicht blöde, denn du sollst nicht zum Spott werden, sondern du wirst der Schande deiner Jungfrauschaft vergessen und der Schmach deiner Witwenschaft nicht mehr gedenken, denn der dich gemacht, ist dein Mann, Herr Zebaoth ist Sein Name, und dein Erlöser, der Heilige in Israel, der aller Welt Gott genannt wird. Denn der Herr hat dich lassen im Geschrei sein, dass du seist wie ein verlassenes Weib, das verstoßen ist, spricht dein Gott. Ich habe dich einen kleinen Augenblick verlassen; aber mit großer Barmherzigkeit will Ich dich sammeln. Ich habe Mein Angesicht im Augenblick des Zornes ein wenig vor dir verborgen; aber mit ewiger Gnade will Ich Mich deiner erbarmen, spricht der Herr dein Erlöser. Denn solches soll mir sein wie das Wasser Noahs, da Ich schwur, dass die Wasser Noahs nicht mehr sollten über den Erdboden gehen. Also habe Ich denn auch geschworen, dass Ich nicht über dich zürnen, noch dich schelten will." Jes 54.4-8 Wenn Jesus auch diesen Text auf Sich beziehen könne, dann würden sie Ihm glauben, dass Er der Messias sei, den Tempel niederreißen und auf dem reinen Berg Libanon einen neuen erbauen.[84]

Jesus: Dies betrifft Sein weiteres Wirken, das den Priestern und Gelehrten nur schwer bis gar nicht begreiflich gemacht werden kann. Die "Jungfrau" bezeichnet nicht etwa Jerusalem und sein Tempel, denn darauf passen "Jungfrau" und "Witwe" schon ewig nicht mehr. Die "Jungfrau" wird von Jesus, ihrem "Mann", erst gemacht werden und bezeichnet Seine neue Lehre an die Menschen aus den Himmeln. Sie wird darum "Jungfrau" genannt, weil sie zuvor noch nicht eine selbstsüchtige und hurerisch freche Priesterschaft missbraucht hatte zu ihren schnöden weltlichen Zwecken. Diese Lehre wird dann auf eine kurze Zeit "Witwe" genannt, weil ihr Jesus durch den Zorn und die Rache der Priester genommen wird, aber nur durch Zulassung dessen, der in Jesus ist und nirgends außer Ihm. Viel später werden dann Zeiten, wie sie Daniel beschrieben hat, kommen, in denen auch mit dieser reinsten Lehre großer Missbrauch getrieben wird, aber mit der Jungfrau selbst nicht mehr, sondern mit den Kindern und Kindestöchtern der reinen Jungfrau und kurzsichtigen Witwe. Diese werden keine Teilhaber der Verheißungen Jesu werden, wohl aber die gewisse "Jungfrau" und ihre vielen reinen Kinder. Mit den Templern und ihrem Tempel wird Jesus in Zukunft ewig in keiner Gemeinschaft mehr stehen. Er kam wohl zu ihnen, um sie zu retten; sie aber haben Ihn nicht erkannt und aufgenommen. Sie würden fernerhin wohl zu Ihm kommen, wenn sie der böse Schuh zu drücken anfangen wird, doch dann wird Er sie nicht mehr erkennen und nicht aufnehmen.[85]

Barnabe beanstandete daraufhin die Schroffheit von Jesus, mit der Er Sich bei den Menschen auf der Welt sehr wenig Freunde machen würde. Wäre es Ihm denn nicht lieber, von allen Menschen geliebt zu werden?[86]

Jesus: "Da es ganz verschiedenartige Menschen auf der Erde gibt, von denen einige gut und viele andere schlecht, meineidig und böse sind, da wäre es wahrlich eine sehr schwere Aufgabe für einen Gerechten und Wahrhaftigen, sich also zu stellen, um von allen gleich geliebt zu werden! Man müsste mit dem Bösen böse und mit dem Guten gut sein, und siehe, das ist ebenso wenig möglich, als eine Art Licht zu sein, das zugleich die größte Helle und auf demselben Flecke aber auch die allerdickste Finsternis verbreitet! Ich sagte es dir: Die wahren Freunde aus Gott, die werden Mich schon lieben, und das über alle die Maßen; aber Menschen, die die göttlichen Gesetze und Wahrheiten mit Füßen treten und leben, als gäbe es gar keinen Gott mehr, die sollen Mich immerhin fürchten! Denn dergleichen Menschen und weltsüchtige Gottesleugner sollen Mich dann kennenlernen, dass Ich durchaus keinen Scherz verstehe und jedem vergelte nach seinen Werken! Denn Ich allein habe die ewig allervollkommenste Macht dazu."[87] Daraufhin wurde Jesus das dumme Gerede von Barnabe zuwider und Er tadelte ihn deswegen.[88]

Nachdem Sich Jesus noch mit Nikodemus besprochen hatte,[89] hielt der römische Richter eine abschließende Rede. Er wies darauf hin, dass Jesus kein gewöhnlicher Mensch war, sondern ein tief weiser und gerechter Richter, ohne auch nur scheinbar Arges in seinem Wesen, ein Herr über alle Gesetze. Daher stellte er Ihn frei und hoch erhaben über alle römischen Gesetze und ebenso auch über die nichtigen Tempelgesetze. Da der Tempel und auch Jerusalem viel zu unwürdig und schlecht waren, eine so heilige Persönlichkeit aufzunehmen, bot der Richter Jesus eine freundliche Aufnahme in seinem offenbar reineren Palast an. Jesus würde den Juden das Heil nehmen und es den Heiden geben. Da die finsteren Templer zu keiner besseren Anschauung zu bringen waren, hob der Richter die Sitzung auf.[90]

Joseph und Maria suchen Jesus

Im großen Gedränge hatten Joseph und Maria Jesus im Tempel verloren und meinten, Er würde mit Salome oder sonstigen Verwandten und Bekannten heimgezogen sein. So gingen die beiden der Nazaräer-Karawane nach und trafen sie erst am Abend in der Herberge zwischen Nazareth und Jerusalem. Dort war Jesus nicht zu finden, was sie sehr betrübte. Sie nahmen einige Begleiter und zogen in der Nacht nach Jerusalem zurück.[91]

Da angelangt, ging Joseph zum Landpfleger Cornelius, der ihm eine römische Wache gab, mit der Joseph alle Häuser durchsuchen durfte. So durchsuchte Joseph beinahe ganz Jerusalem und fand nach drei Tage langer Suche Jesus dennoch nicht. Da wurden Joseph und Maria überaus traurig und gaben Cornelius die Wache wieder zurück.[92]

Als sie Jesus als verloren aufgegeben hatten, zogen Joseph und Maria zum Tempel, um Gott zu opfern. Dort fanden sie Jesus unter den Gelehrten sitzend, wie Er diese befragte, belehrte und ihnen auf ihre Fragen Antworten gab, die sie sehr erstaunten. Er erklärte ihnen die geheimsten Stellen aus den Propheten, belehrte sie über die Sterne, über ihre Bahnen, über ihr Grundlicht, über ihr zweites, drittes, viertes, fünftes und sechstes und siebentes Licht. Also beschrieb Er ihnen auch das Wesen der Erden und zeigte ihnen den physischen, psychischen und geistigen Zusammenhang der Dinge und bewies allen die Unsterblichkeit der Seele auf eine von ihnen noch nie gehörte Art, worauf die Gelehrten gestanden, der zwölfjährige Knabe sei weiser in einem Finger als sie alle zusammen.[93]

Joseph und Maria traten zu Jesus und fragten Ihn, warum Er sie drei Tage lang mit großen Schmerzen vergeblich suchen hatte lassen. Jesus aber antwortete: "Warum tatet ihr das? (Draußen nämlich mit Hilfe der Soldaten.) Wusstet ihr denn nicht ehedem von dem Hause Meines Vaters, und dass Ich darin tun musste, was da Meines Vaters ist?!" Die beiden aber verstanden diese Worte nicht, schrieben sie sich aber tief ins Herz. Die Gelehrten priesen Maria überglücklich, dass sie ein solches Kind hatte. Der römische Richter beschrieb ihnen, was Jesus für ein Wesen sei, was Er geredet und getan hatte, und wie sich alle über die hohe Weisheit und Macht Seiner Reden und die unbegreifliche Macht Seines Willens verwunderten. Er hatte Jesus sehr lieb gewonnen und bot sich den Eltern an, ihnen jeden denkbaren Vorteil angedeihen zu lassen, worauf Joseph als Zimmermann und Architekt große Bauten in Jerusalem auszuführen bekam. Auch Simon von Bethanien versicherte Joseph seine vollste Freundschaft. Die Templer machten vor dem Römer eine tiefe Verbeugung und zogen dann bis auf den Nikodemus ab.[94]

Nikodemus begleitete Jesus und Seine Familie zum Palast des Römers, bei Cornelius, wo sie die Nacht verbrachten. Der römische Richter erklärte: "Nun erst ist meinem ganzen Hause das größte Heil und die höchste Ehre widerfahren; denn der Herr aller Herren und König und Kaiser aller Könige und Kaiser hat mein ganzes Haus heimgesucht und gesegnet!" Maria berichtete über Jesu Empfängnis und Geburt und eine Menge aus Seiner Kindheit, worüber der Römer in Enthusiasmus und Verwunderung ausbrach und oft ausrief: "Und das wissen diese Tempelhelden – und glauben doch nichts!?" Am nächsten Tag verschaffte der Römer Jesus und Seiner Familie eine bequeme Fahrgelegenheit nach Nazareth und versah Joseph mit einem reichlichen Reisegeld. Simon von Bethanien begleitete die Familie nach Galiläa.[95]

!
Anmerkung: Aus den Lorberwerken geht nicht klar hervor, wo Jesus mit Seiner Familie übernachtete. Nach der Kindheitsgeschichte Jesu bei Cornelius. Nach den Drei Tagen im Tempel bei dem römischen Richter, dessen Name nicht genannt wird. Offenbar residierten beide im selben Palast. Auch wird vom römischen Richter in Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 23.7 gesagt, Cornelius befände sich in Tyrus. In der 10. Auflage von Drei Tage im Tempel (Lorber Verlag) findet sich dazu im Anhang eine Anmerkung von Jakob Lorber, die er offensichtlich vom Herrn erhalten durfte: "Was den damaligen Landpfleger Cornelius betrifft, so war er de facto (tatsächlich) geheim dennoch in Jerusalem, wennschon angeblich Geschäfte halber in Tyrus. Denn die hohen Römer waren kluge Leute und versuchten oft die untergeordneten Beamten dadurch, dass sie angeblich verreisten und unterdessen ihr Amt einem andern zum Verwalten einräumten. Und das war dann auch bei der Gelegenheit der Knabenprüfung in Jerusalem der Fall. Der römische Prüfungskommissar wusste nichts von der stillen Anwesenheit des Cornelius; aber Joseph wusste durch eine innere Eingebung wohl darum und hatte sich daher im Stillen zu ihm gefügt und bekam von ihm auch, um was er ansuchte. Und so geschah es dann auch, dass Cornelius in guter Verkleidung selbst die Verhandlungen im Tempel mit anhörte, während ihn der Kommissar in Tyrus wähnte und daher offen seiner nur als eines Abwesenden erwähnen konnte."


Von da an zog Sich Jesus ganz zurück und verübte vor den Menschen bis in Sein dreißigstes Jahr kein Wunder mehr. Er lebte und arbeitete da wie jeder andere Mensch.[96]

Siehe auch

Quellenverweise

  1. Jakob Lorber, Die Kindheitsgeschichte Jesu 298.2
  2. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 1.1-2
  3. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 1.5; Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 1.11-14; Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 2.1-2
  4. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 2.7; Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 2.17
  5. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 2.8
  6. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 2.12-15
  7. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 2.1-2; Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 2.17
  8. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 2.2-4
  9. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 3.1
  10. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 3.4
  11. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 3.5-8
  12. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 3.9
  13. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 3.9-10
  14. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 3.24-27
  15. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 4.1-2
  16. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 4.2
  17. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 4.3
  18. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 4.4-10
  19. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 5.2
  20. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 5.3-12
  21. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 5.13
  22. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 5.14-15
  23. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 5.16-18
  24. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 5.19-20
  25. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 6.5-16
  26. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 7.2
  27. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 7.3-7
  28. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 7.8-15
  29. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 7.16
  30. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 8.1-2
  31. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 8.3-13
  32. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 9.1-4
  33. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 9.5-8
  34. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 9.9-18; Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 10.2-3
  35. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 10.5-13
  36. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 10.14-17
  37. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 11
  38. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 12.1-5
  39. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 12.6-14
  40. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 12.15-16
  41. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 12.18-22; Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 13.1
  42. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 13.2
  43. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 13.3
  44. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 13.4
  45. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 13.5-8
  46. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 14.1-2
  47. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 14.3-4
  48. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 14.5-6
  49. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 14.7-10
  50. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 15.1-3
  51. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 15.4-6
  52. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 15.7-11
  53. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 16.1-7
  54. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 16.8-18
  55. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 16.29-34; Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 17.1-2
  56. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 17.3-7
  57. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 18.1-7
  58. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 19.6-11
  59. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 19.12-18
  60. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 20.5-6
  61. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 21.2-3
  62. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 21.4-5
  63. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 21.5-14
  64. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 21.15-21
  65. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 23.1-3
  66. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 23.13-22
  67. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 23.27; Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 24.1-5
  68. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 24.6-9
  69. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 24-11
  70. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 24.12-16
  71. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 25.1-3
  72. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 25.4-13
  73. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 25.14
  74. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 26.1-3
  75. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 26.4-19
  76. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 26.20-21
  77. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 27.3; Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 27.8
  78. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 27.8-11
  79. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 27.12-13
  80. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 27.7
  81. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 27.14
  82. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 27.15-19
  83. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 28.8-9
  84. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 29.6-13
  85. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 29.14-19
  86. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 29.21
  87. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 29.22-23
  88. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 29.25
  89. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 30
  90. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 31.1-6
  91. Jakob Lorber, Die Kindheitsgeschichte Jesu 298.4-6; Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 31.8-12
  92. Jakob Lorber, Die Kindheitsgeschichte Jesu 298.7-11
  93. Jakob Lorber, Die Kindheitsgeschichte Jesu 298.13-19; Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 32.1
  94. Jakob Lorber, Die Kindheitsgeschichte Jesu 298.20-23; Jakob Lorber, Die Kindheitsgeschichte Jesu 298.25; Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 32.3-8
  95. Jakob Lorber, Die Kindheitsgeschichte Jesu 298.24; Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 32.9-15
  96. Jakob Lorber, Die Kindheitsgeschichte Jesu 298.26; Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 32.16