Jerusalemer Tempel

Der Jerusalemer Tempel war ein vorbildend Entsprechendes von dem was durch Jesus im hellsten Licht und als die reinste und unverhüllteste Wahrheit offenbart wurde, eine große Zeichenschrift, die nun entsiegelt und offen vorliegt. Alles ist nun die Liebe zu Gott und zum Nächsten und seit der Ankunft von Jesus bedarf es keines Tempels, verbrämter Kleider, Zeremonie, unsinnig langer Gebete usw. mehr.[1]
Wesen
Der Jerusalemer Tempel des Herrn war ein Werk der salomonischen Weisheit. Aber dieser Tempel war tot wie sein Werkmeister, der den Herrn den Frauen opferte.[2]
Im Jerusalemer Tempel traf man auf einen gewissen göttlich erhabenen Nimbus, eine heilige, mysteriöse Ruhe, ein Opferduft, der auf die Menschen eine durch und durch erschütternde Wirkung hatte, indem er eine unsägliche Kluft zwischen Gott und Mensch erahnen lies. Tatsächlich aber handelte es sich dabei um den eigentlichen, allerschlimmsten und giftigste Dunst aus der untersten Hölle, mit dem Satan seine ihm ähnlichen, treuen Diener umgibt, damit sie vor aller Welt in einem erschrecklich großen Ansehen stünden, um dadurch ohne viel Mühe sehr viele Menschenseelen dem Reich Satans zuzuführen.[3]
Der Tempel wurde in Ansehung des Göttlich-Wahren heilig genannt.[4]
Kultus
Nur der Hohepriester, der das Recht hatte, auf dem Stuhle Aarons zu sitzen, durfte nach der gewöhnlichen Vorschrift zweimal im Jahr in das Allerheiligste treten; bei außerordentlichen Fällen auch drei- oder viermal. (nach Chiwar)[5]
Vorhof
Durch den Vorhof des Tempels wird im Wort das Äußere der Kirche bezeichnet. Es gab zwei Vorhöfe, durch welche man gehen musste, ehe man in den Jerusalemer Tempel selbst eintreten konnte. Weil durch den Tempel die Kirche hinsichtlich ihres Inneren bezeichnet wird, so bezeichnen die Vorhöfe die Kirche hinsichtlich ihres Äußeren; weswegen auch die heidnischen Ausländer in die Vorhöfe eingelassen wurden, nicht aber in den Tempel selbst; und weil das Äußere der Kirche durch den Vorhof bezeichnet wird, so wird durch denselben auch die Kirche auf Erden, so wie der Himmel in seinen untersten Teilen bezeichnet; denn die Kirche auf Erden ist der Eingang in den Himmel, desgleichen auch der Himmel in seinen untersten Teilen.[6]
Geschichte
Zur Zeit Jesu
Der Tempel war ein eitles Menschenwerk, das nichts als Hochmut, Zorn, Neid, Eifersucht, Herrschsucht hervorbrachte.[7] Er war vollgestopft mit Dienern der Welt und des Teufels. (nach Engeln)[8] In ihm befanden sich auch die verfluchten Steine, mit denen die meisten der Propheten gesteinigt worden sind.[9] Seit mehr als dreihundert Jahren hatten die Templer keinem Menschen etwas Gutes getan; wenn dann und wann eine edle Seele unter ihnen war, dann verfuhren sie mit ihr wie mit dem frommen, biederen Zacharias. (nach Julius)[10] Da der Tempel den angekündigten Messias nicht brauchen konnte, berechnete er dessen Ankunft auf erst nach ein paar Jahrtausenden. (nach Ribar)[11]
Bei den Templern kannte, liebte und achtete nur jeder sich selbst; jeder andere wurde aufs äußerste verachtet. Nur ein außerordentlicher äußerer Glanz konnte ihnen noch ein wenig imponieren. Sie duldeten sich gegenseitig unter der Maske der geheuchelten Freundschaft zur Erreichung ihrer höchst selbstsüchtigen Zwecke, ansonsten würde jeder den anderen getötet haben. Keiner traute dem anderen im Geringsten, aber jeder heuchelte dem anderen ein unbedingtes Vertrauen vor. Tatsächlich aber ging ohne Kautionen gar nichts und selbst das hinderte sie nicht daran, die Kaution fahren zu lassen, wenn dadurch ein größerer Vorteil zu erreichen war. Das Raubgesindel im frommen Kleid nahm den Ärmsten unter Androhung ewiger Höllenstrafen auch noch den letzten Groschen. Ihr Betreiben war zu herrschen und sich dabei im höchsten Wohlleben den Bauch zu mästen. Wer sie darin schmälern oder zu Moses oder Elias zurückwenden wollte, der war ihr Feind, den sie aus dem Weg räumten. Kam man aber mit viel Gold, erwiesen sie einem die größte Ehre. Sie waren die größten Feinde Gottes und aller Seiner Menschen.[12] Die Templer waren die schlechtesten Menschen überhaupt: Unmenschlich grausam, durch und durch Heuchler, äußerlich streng und fromm, innerlich aber von unsagbarer Grässlichkeit. Zu der Zeit, als Jesus wanderte und lehrte, da waren ihrer sehr viele geworden, und sie trieben es derart schlimm, dass in Judäa in zehn Jahren kaum mehr Menschen am Leben geblieben wären, hätte es nicht Nikodemus verstanden, sie durch Schlauheit zurückzuhalten.[13]
Die Tempeldiener lernten lesen, schreiben, rechnen, allerlei Fremdsprachen und einen Auszug aus der großen Schrift, in dem vor allem eindringlichst verlangt wurde, alles das für vollkommen als von Gott kommend wahr anzunehmen, was der Tempel wollte und lehrte. Daher verfügten sie über keine tiefere Erkenntnis in ihrer Gotteslehre. Selbst Fremde vermochten sich über die Gotteslehre, den Tempel und das sogenannte Allerheiligste ein besseres Licht zu verschaffen, als die gewöhnlichen Tempeldiener. Die jungen Templer mussten für das Volk fasten und beten, während die Hohen dies nur wenig taten und jeden Tag eine Menge Almosen und Opfer verzehrten. (nach Suetal)[14]
Obwohl die Römer selbst finstersten Aberglauben bei den Völker duldete, da sie einen solchen als immer noch besser als gar keinen Glauben erachteten, (siehe Römisches Heidentum), waren ihnen die Templer ein Gräuel, denn sie wussten von ihnen ganz bestimmt, dass diese gar nichts glaubten, bösartig waren und die geweckteren Menschen, die sich nicht schwarz für weiß vormachen ließen, mit unerträglichen Strafen belegten.[15] Aber die Natternbrut im Tempel verstand sich aufs geheime Denunzieren nach Rom, weswegen sich sogar die Römer fürchteten.[16] Die Templer vermochten sogar, römischen Bürgern einen gewissen Tribut oder den Zehnt abzupressen, nach einem Recht, welches sie sich vom römischen Hof erschlichen hatten und das sie mithilfe gefälschter Urkunden ausweiteten. Die Römer vermochten nicht gewaltsam gegen den Tempel vorzugehen, ohne einen Volksaufstand zu riskieren, denn viel dummes Volk hing am Tempel und hielt ihn für ein Heiligtum; vor allem in Judäa wurden die Priester für Halbgötter und Vermittler zwischen ihrem Gott und dem Menschen betrachtet. (nach Markus und Julius)[17] Auch Griechen waren nicht ihres Lebens sicher, wenn sie die Missbräuche im Tempel aufdeckten. (nach einem Ältesten)[18]
Im Tempel wurde wohl viel geplaudert und geplärrt, aber das war soviel, wie wenn man zu jemandem sagt: "Wasche mir Hände und Füße, aber mache sie mir ja nicht im Geringsten nass!" Die im Tempel gehaltenen Lehren musste man mit aller Andacht anhören und danach tun, was da verlangt wurde. Aber um das Warum, und welches Verständnis in der vorgetragenen Lehre liegt, durfte sich niemand kümmern, das seien Geheimnisse Gottes, um die nur der Hohepriester wissen dürfe, aber unter dem strengsten Siegel der Verschwiegenheit. (nach Pharisäern)[19] Kurzum: Von Geist war im Tempel gar nichts mehr; nur durch notgedrungene Politik erhielt er sich noch ein wenig Ansehen. Aufgrund des skandalösen inneren Geschehens im Jerusalemer Tempel, hatte sich Samaria gänzlich und Galiläa so gut wie davon getrennt. Judäa befand sich noch in der finstersten Nacht, da es die selbstsüchtige Gefräßigkeit der Priesterschaft noch nicht so sehr wie Galiläa erfahren hatte. Auch die Mesopotamier und die im Süden Wohnenden hatten noch nicht eingesehen, wie sie vom Tempel aus betrogene Narren waren.[20]
Selbst die Vielgötterei der Römer war weit besser als die finsterste Abgötterei des Tempels, denn die Priester dort glaubten an keinen Gott, ihr Bauch und ihre Wollust waren der wahre Gott des Tempels. Sie dienten dem Tod, der Sünde und allen Teufeln und gaben sich als Herren des Lebens aus und wollten als solche höchst verehrt werden, dabei verstanden sie kein Jota mehr von der Schrift und den Propheten und hatten selbst schon längst alles Leben der Seele verloren. Im Tempel hauste schon lange der ewige Tod. Die Römer hingegen fassten das ewige Leben (Jesus) und wurden voll Lebens, während der Tempel es nie fasste. Daher war der Polytheismus der Römer besser als der (vorgetäuschte) Monotheismus des Tempels. (nach Mathael)[21] Bei all den ungeheuren Missbräuchen des Tempels war er bei aller Schlechtigkeit aber dennoch unvergleichlich besser als der Tempel zu Delphi, dessen Priester und Priesterinnen nichts als recht feine Dialektiker waren. Es war besser, eine Wallfahrt nach Jerusalem zu machen und den Festen mit gebührender und vernünftiger Andacht beizuwohnen, als eine Reise nach Delphi zu machen, und die unsinnige Pythia um einen rechten Rat zu fragen.[22] Jesus untersagte auch niemanden, den Tempel zu besuchen und seine Gabe zu opfern; Er selbst ging öfters in denselben und lehrte darinnen und ließ auch der Ehebrecherin darinnen ihre Schuld nach. Auch Seinen Schülern verbot er nie, den Tempel zu besuchen, obwohl dieser ein vollkommener Götzentempel war.[23]
Verwerfung des Wort Gottes und Einführung eigener Lehren
Die Pharisäer und Schriftgelehrten hatten das durch Moses und die Propheten gegebene Wort Gottes verworfen und im frechsten und hochmütigsten Eigendünkel ihre eigenen bösen Satzungen als vom Geist Gottes ausgehend dem armen, blinden Volk verkündet und es unter Androhung von allerlei Schrecken des Todes dazu angehalten, diese zu beachten und anzubeten. Von der ursprünglich reinen und göttlichen Lehre hatten sie nur das beibehalten, was ihnen einen gewissen göttlichen Nimbus gab, sowie das Strafrichterliche, um die arme Menschheit aus einer gewissen göttlich autorisierten Rechthaberei recht teuflisch quälen zu können. Um die zehn Gebote scherten sie sich wenig. Bei Ehebruch konnten sich angesehene und reiche Leute von der Steinigung loskaufen und bekamen nur ein sogenanntes Fluchwasser zu trinken, das sie nicht tötete, denn derlei Sünder waren für den Tempel öfters gut zu gebrauchen. Wenn hohe Tempeldiener Ehebruch begingen, dann krähte danach kein Hahn, ein armer Teufel hingegen wurde brutal gesteinigt.[24] Der Tempel gab sehr viele Gesetze, die zumeist vom Eigennutz der Tempeldiener angefüllt waren.[25]
Die Pharisäer betrachteten Lügen zum Nutzen des Tempels und dessen Diener als Gott wohlgefällig, ein gerechtes Zeugnis aber wider den Tempel und dessen Diener von Gott verflucht. Der gerechte Zeuge solle gesteinigt werden, der Betrüger aber galt viel im Tempel. Da dies bei Moses nicht so geschrieben steht, lehrten die Templer, das geschriebene Wort im Buch sei tot und sie seien das lebendige Buch, in das Gott täglich durch einen Engel Seinen Willen schreiben lasse. Die Templer ließen sogar den Mist und Unrat des Tempels durch wahrhaftige Mistpropheten verkaufen. Diese gingen ins ganze Land und verkauften den Tempelmist in kleinen Portionen den Leichtgläubigen, damit diese ihre Äcker damit düngen konnten. Diese glaubten dann tatsächlich, ihre Äcker und Felder würden ohne den Tempelmist gar keine Früchte tragen können, und selbst wenn sie welche trügen, solche nicht den Segen Gottes hätten. Zudem verkauften die Mistpropheten nicht nur den Unrat aus dem Tempel, sondern auch den nächstbesten Straßenunrat als Tempelmist. Die meisten Menschen glaubten zwar nicht an solchen Unsinn, aber die Misthändler waren derart aufdringlich und grob, dass man ihnen etwas abkaufte, nur um sie so zumindest für ein Jahr lang loszuwerden. Da dieser Betrug aber zum Wohl des Tempels geschah, galt er natürlich nicht als Sünde, sondern sogar als eine Tugend. Es gab noch hundert andere Dinge, die nichts als Lüge und Betrug waren, wehe aber dem, der sie dem Volk enthüllte.[26]
Die hohe Priesterschaft im Tempel hielt auf nichts strenger als auf die Sabbatsfeier. Dies aber nur deswegen, weil notwendigerweise öfters dagegen gehandelt wurde und werden musste, da jeder Mensch doch oft an einem Sabbat irgend etwas zu tun genötigt war, wodurch die Pharisäer am öftesten die Gelegenheit bekamen, den Übertretern der Sabbatfeier recht derbe Strafbußen zu diktieren. Je mehr Sabbatschändungen, besonders bei Reichen, vorkamen, desto mehr jubelten im Geheimen die Tempelherren. Brachte man ihnen an einem Sabbat Gold und Silber, dann brachen sie im Tempel sogleich den Sabbat und nahmen das Gold und Silber an. Daraus war leicht zu ersehen, wie viel die Templer auf Gott und Seine heiligen Gesetze hielten.[27]
Handel mit hohen Ämtern
Die hohen Ämter des Tempels, für die es stets eine Menge Aspiranten gab, wurden in einem ergiebigen Handel ums Geld vergeben. Die Tempelherren machten sogar denen, die irgendein hohes Amt besaßen, Anträge, dass sie es aufgäben, weil dadurch ein neuer Aspirant die Gelegenheit bekam, den Tempel noch reicher zu machen.[28]
Höllischer Gottesdienst und Gräueltaten
Die Pharisäer und Schriftgelehrten hatten das Bethaus Gottes zu einer Mördergrube gemacht. Insbesondere bei großen Festen war der Tempel ein Ort des Gräuel, indem eine Menge Rinder, dazu Esel und Schafe, die sonst am meisten plärrten und blökten, in den Tempel gebracht wurden, die man noch dazu ein paar Tage fasten ließ, damit sie dann während der Opferung einen desto größeren Lärm machten und die Menschen zu zittern und zu beben nötigten. Da die Vorhallen voller verkäuflichem Schlachtvieh und anderen unreinen Tieren war, konnte ein Mensch ohne größte Lebensgefahr gar nicht mehr in den eigentlichen Tempel gelangen. Auch die Makler und Wechsler machten einen Lärm, dass man sein eigenes Wort nicht mehr hörte. Im eigentlichen Haupttempel konnte man sich vor lauter Taubenkrämern und anderen, allerlei Vögel zum Verkauf ausbietenden Schreiern gar nicht mehr rühren. Ins Allerheiligste, das nach der Anordnung Gottes nur der Oberste der Priester einmal im Jahr betreten durfte, wurde gegen Bezahlung heimlich jeder, sogar Heiden, eingeführt. Aber wenn es ein armer Jude wagte, hinter den Vorhang zu treten, da wurde er sogleich als ein Gotteslästerer gesteinigt. Es verging keine Woche, in der nicht wenigstens einer gesteinigt wurde und ein paar das verfluchte Wasser trinken mussten. So weihte der Tempel Fremde ein und tötete die eigenen Kinder. Der sogenannte hohe Gottesdienst im Tempel war an den hohen Festtagen etwas so Dummes und Grässliches und Säuisches, dass ähnliches selbst bei den wildesten Völkern kaum irgendwo anzutreffen war.[29]
Was innerhalb der weiten Mauern des Tempels alles an Laster ohne Maß und Zahl in einer gleichgültigen Frechheit vor sich ging, konnte sich selbst ein Mensch in seiner größten Verworfenheit und satanischsten Phantasie nicht ausdenken. Alle Gebote Gottes wurden leichtfertig übertreten und neue Gräuel erfunden und begangen. Äußerlich zeigte der Tempel dasselbe trost- und hilfehauchende Gesicht wie allenfalls zu Salomos Zeiten; aber inwendig war er eine Hölle der Höllen geworden. (nach Suetal)[30] Eine Gräueltat der Jerusalemer Templer bestand beispielsweise darin, dass sie Kinder von Samaritern entführten, diese dann förmlich mästeten, um ihnen schließlich die Adern zu öffnen und alles Blut abzuzapfen, welches sie in frischem oder getrockneten Zustand einem von ihnen betrogenen kleinasiatischen Volk als Fruchtbarkeitsmittel oder Aphrodisiakum verkauften. Die Leichname der ermordeten Kinder verbrannten sie dann in einem eigens dazu erbauen großen Ofen. (nach Markus)[31]
Maßlose Opferungen
Der Jerusalemer Tempel verzehrte im Namen Gottes täglich allerlei Opfer. Nach dem Tempel war Gott ein Nimmersatt, der alle Tage eine Menge Ochsen, Kühe, Kälber, Schafe, Lämmer, Hühner, Tauben, Fische, Ziegen und viele große Brotlaibe und viele Schläuche Wein verschlang. Dazu giere Gott auch noch nach Gold, Silber, Perlen und kostbaren Edelsteinen. In Wirklichkeit natürlich war Gott kein solcher Vielfraß, sondern dies waren nur die sogenannten Gottesdiener. Die in den Augen des blinden Volkes "Diener Gottes im Tempel" nahmen keinerlei Rücksicht darauf, ob die Opfernden daheim noch etwas zu essen hatten; selbst Verhungernden nahmen sie ohne alle Rücksicht die Opfer und den Zehent ab. (nach Raphael)[32]
Von Gott verlassen
Jehova verließ den Tempel und wohnte nicht mehr darin, da dieser entheiligt ward, die Bundeslade war leer und tot; Jehovas Geist weilte nicht mehr in der Gestalt der Feuersäule über der Bundeslade. Vor Gott war der Tempel ein Gräuel.[33] Im völlig gottlosen Tempel, wo einst wohl Jehovas Geist sichtlich gegenwärtig war im Allerheiligsten, herrschte alles, was man nur schlecht und böse nennen kann. Von etwas Göttlichem war in der Realität keine Spur mehr vorhanden, sondern allein nur leere Namen. Die Priester waren Wölfe und Hyänen in Schafspelzen. (nach Mathael)[34] Zu Jesu Leibeslebzeiten auf der Erde war der Jerusalemer Tempel völlig ein Götzentempel. Von einem Haus Gottes war sicher keine Rede mehr; Jehova war nicht mehr im Tempel, außer Er kam dann und wann (als Jesus) in denselben und lehrte darinnen.[35]
Zur Zeit Jesu war der Tempel eine wahre Raubmörderhöhle geworden; es gab kein himmelschreiendes Gräuel, das dort nicht zu öfteren Malen verübt worden wäre. Daher konnte der Tempel dem Herrn keine Wohnstätte mehr sein. Die Priester konnten zwar ihre Herzen noch reinigen, aber das Gemäuer war nicht mehr zu reinigen.[36] In unmittelbarer Nähe zum Tempel gab es eine große Herberge, die zum Tempel gehörte und wo auch Tempeldiener arbeiteten. Man konnte zwar auch im Tempel selbst bleiben, musste aber doppelt soviel bezahlen und bekam nichts als Brot und Wasser. Als Jesus drei Tage im Tempel diskutierte, übernachtete Er in dieser Herberge, denn den Reisenden wurde der Verbleib in der Herberge so angerechnet, als wären sie unmittelbar selbst im Tempel geblieben.[37]
Ende des Tempels
Im Tempel zu Jerusalem sind Gräuel ohne Namen verübt worden. Jeder Priester und Prophet ist gesteinigt worden, der es sich ernstlich vorgenommen hatte, aus dem Haus Jehovas die abscheulichen Menschensatzungen auszuscheiden und wieder die rein göttlichen einzuführen. Jesus hat den Juden selbst vom Tempel das Zeugnis gegeben, dass sie das Bethaus zu einer Mördergrube gemacht haben. So weit wurden die Menschen durch den Tempel geblendet, dass sie den Herrn der Herrlichkeit nicht erkannt haben und im Tempel Seine Kreuzigung beschlossen. Auch der Judas ist im Tempel ausbezahlt worden und warf am Ende selbst das Blutgeld wieder in den Tempel zurück, zu einem großen Zeugnis, dass der Tempel schon von jeher eine Mördergrube des Geistes Gottes war.[38]
Sogar der Tempel Salomons (Anm.: der ältere Tempel) war im Grunde nichts anderes als ein stummer Prophet, der durch sein Dasein von Salomons Zeiten her dem ganzen israelitischen Volke zeigte, wie es selbst vom Geistigen ins Materielle übergegangen ist, und wie am Ende im ganzen Tempel nichts Gutes und Wahres mehr anzutreffen war.[39]
Um die Zeit des Osterfestes (Pessach) versammelten sich die Engel Gottes - als Erzengel, Cherubim und Seraphim in Jerusalem. Das Allerheiligste war stets von ihnen bewohnt. Da die Engel aber nur dem Herrn nachgehen und nicht dem Tempel zu Jerusalem, so befanden sie sich auch nicht im Tempel, als der Herr nicht mehr im Tempel wohnte. (nach Erzengeln)[40]
Etwa 70 n. Chr. wurden Jerusalem und der Tempel völlig zerstört. Man versuchte dann zwar, den Tempel wieder zu errichten, dies wurde jedoch verhindert durch ein mächtiges Feuer, das aus der Erde schoss und die Bauleute und das Material übel zurichtete. Es gab mehrere solche missglückten Versuche, bis das Land schließlich von den Heiden aus Osten und Süden eingenommen und verwüstet und die Juden auf der ganzen Erde zerstreut wurden.[41]
Das Gericht über den Tempel war nicht von Gott bestimmt, sondern hätte abgewendet werden können, wenn die Templer ihre große Irre erkannt, Buße getan und sich gänzlich bekehren hätten. Allein ihnen fehlte, wie seit jeher, der rechte Wille dazu, weswegen auch Jesus, so wie alle die vor Ihm dagewesenen Propheten und Seher, zu tauben Ohren und Herzen redete. Nicht Gott, sondern die Templer selbst stürzten sich in das Gericht.[42]
Vergeblicher Wiederaufbau
siehe Jerusalem
Tieropfer
Taubenopfer
Die Taube wurde im Orient häufig als Briefbote, besonders in Sachen der Liebe, benutzt. Daher bedeutete sie schon bei den alten Ägyptern als Hieroglyphe die zärtliche und zierliche Konversation. Im Jerusalemer Tempel diente sie, als Zeichen solcher Konversation, als Opfertier, das gewöhnlich junge Eheleute bei der Erstgeburt als ein Zeichen zum Opfer brachten, dass sie nun solcher äußerer Botschaften, Artigkeiten und zeremoniellen Zierereien ledig geworden und nun in die wahre, innere, lebengebende Liebe eingegangen sind.[43]
Jesus und der Tempel
Schon als Säugling enthob Jesus den Joseph kraft Seiner Macht von den Gelübten und Pflichten für den Tempel. Er Selbst würde einst das Gelübde von Joseph in Jerusalem auf eine Art erfüllen, dass daran die ganze Erde für die Ewigkeit gesättigt werde.[44]
Im Tempel waren die außerordentlichen Eigenschaften von Jesus zur Zeit Seiner Lehrjahre bestens bekannt. Alleine für Heilungen gegen ungeheure große Opfer wäre Jesus für das Tempelkollegium sehr zu gebrauchen gewesen, weswegen der Tempel stets Jagd auf Ihn machte. Mehrere wurden vom Tempel aus abgesandt, Ihn ausfindig zu machen und in den Tempel zu bringen, wo Ihm dann zuerst sicher Anträge gemacht worden wären, Seine wunderbaren Kenntnisse und Eigenschaften allein den Vorteilen des Tempels zu weihen. Wäre Er nicht darauf eingegangen, was so gut wie sicher zu erwarten war, dann wäre Er einem tiefsten und festesten Kerker kaum entgangen ohne Anwendung Seiner Allmacht. Jesus wäre als so oder so ein Opfer des argen Tempels geworden. (nach ehemaligen Pharisäern)[45]
Die Gräuel im Jerusalemer Tempel zu beenden, war selbst für Jesus nicht so einfach, obwohl Er den Tempel und das übermütige Jerusalem auf der Stelle hätte vernichten können, denn es gab viele, die in ihrer großen Blindheit mächtig am Tempel hingen und alles Heil und jegliche Hilfe aus seinen Hallen erwarteten. Hätte man diesen Blinden von heute auf morgen den Tempel weggenommen, so würden diese das nicht für einen großen Segen von oben, sondern für ein schreckliches Gericht gehalten haben und wären in größte Verzweiflung geraten, die noch üblere Folgen gehabt hätte, als die noch so große Blindheit. Wie ein Baum nicht im Augenblick reife Früchte trägt, wie der Mensch jahrelange ein dummes Kind bleiben muss, bevor er sich in der Welt nur ein wenig auszukennen anfängt, weil dies nach der Ordnung Gottes so ist, verhielt es sich auch mit der Zerstörung des Tempels.[46]
Vom Jersualemer Tempel gingen all die schlechten und falschen Berichte über Jesus, Sein Wirken und auch über die Römer aus. Seine Arme reichten weithin über den Erdboden.[47]
siehe Jesus im Tempel und Tempelreinigung
Siehe auch
Quellenverweise
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 5.131.6-7; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 8.175.2
- ↑ Jakob Lorber, Die Kindheitsgeschichte Jesu 189.20-21
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.185.1-15
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 586
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.52.4
- ↑ Emanuel Swedenborg, Enthüllte Offenbarung 487
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.49.13; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.155.14
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.54.5
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.47.7
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.124.5
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.56.6
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.117.14-15; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.47.7; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.83.18; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.163.1-6; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.177.1; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.182.7; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.161.11-13
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.88.1-2; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.88.6; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.83.18
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.39.3-4; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.45.7
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.6.14-17
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.99.5; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.46.11
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.192.8-9; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.192.14-17; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.40.1-2
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.53.13
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.7.2
- ↑ Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 27.3-4; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.25.9; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.116.6; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.192.15-17; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.203.9-10
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.41.5-8
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.187.13-14
- ↑ Jakob Lorber, Die Erde 66.9
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.118.15; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.106.6; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.41.6; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.63.11
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.53.8
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.182.12-19; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.183.5; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.180.9-11
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.48.8-11; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.49.5
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.47.6
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.116.5-8; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.117.10; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.118.7-11; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.106.7
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.39.11-13
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.178
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.58.6-9
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.17.10-12; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.118.11
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.125.18
- ↑ Jakob Lorber, Die Erde 66.8-9
- ↑ Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 28.7-8
- ↑ Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 10.15-16
- ↑ Jakob Lorber, Die geistige Sonne 1.70.4; Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 26.10-11; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.117.9-10
- ↑ Jakob Lorber, Die geistige Sonne 1.70.4
- ↑ Jakob Lorber, Die Kindheitsgeschichte Jesu 120.6-10
- ↑ Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 26.6-8
- ↑ Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 27.15-19
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 1.16.13
- ↑ Jakob Lorber, Die Kindheitsgeschichte Jesu 89.7-8
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 2.241.1-5
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.162.2; Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.162.11-15
- ↑ Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 3.198.2-3